Mittwoch, 29. Oktober 2014

Mach mal halblang - intermittierendes Fasten

Wir alle wissen, dass Essen wichtig für den Körper ist. Er kann daraus Vitamine und Mineralien ziehen, die das Imunsystem und die Organe laufen lassen, Kohlenhydrate als Energie für Hirn und Muskeln verbrennen, Eiweiße zur Reparatur von Muskeln verwenden usw. Da scheint die Idee, dass man bewusst auf Essen verzichtet, geradezu fahrlässig. Doch worüber ich heute schreiben will, ist keinesfalls eine Diät im Sinne von 1000kcal am Tag oder die Ananas-Diät. Heute geht es um intermittierendes Fasten.

Beim intermittierendem Fasten geht es darum, für eine bestimmte Zeitperiode, die maximal 24 Stunden beträgt, auf Essen zu verzichten. Durch die maximale Länge unterscheidet sich das intermittierende Fasten vom Heilfasten, wo man über mehrere Tage keine Nahrung zu sich nimmt. Beim intermittierenden Fasten ernährt man sich in einem bestimmten Zeitintervall ganz normal wie der Körper es verlangt, d.h. man überisst sich auch nicht. Für einen anderen Zeitintervall fastet man dann. Diese Intervalle können 24 Stunden im Wechsel sein, aber auch 8 Stunden essen und 16 Stunden fasten oder auch nur ein bis zwei Fastentage in der Woche. Die Idee dahinter ist, dass für den Steinzeitmenschen keinesfalls 24/7 Essen verfügbar war, so wie es heute bei uns ist. Der Steinzeitmensch hatte öfter Perioden, in denen er gar nichts bekam, weil er auf die Natur angewiesen war. Das intermittierende Fasten will dabei ähnlich wie die Paleo-Diät (mit der es aber nichts zu tun hat) moderne Zivilisationskrankheiten bekämpfen.

Die Vorteile des intermittierenden Fastens sind vielfältig. So werden zum einen Zivilisationskrankheiten wie ein zu hoher Cholesterienspiegel oder Blutdruck bekämpft. Auch der Blutzucker wird gesenkt, da der Körper in den Fastenperioden lernt, den Blutzuckerspiegel besser zu regulieren. Außerdem wird das Immunsystem gestärkt und der Alterungsprozess verlangsamt.
Wer zum ersten Mal vom intermittierenden Fasten hört, könnte meinen, dass der Stoffwechsel durch die fehlende Zufuhr von Nahrung verlangsamt wird. Doch das Gegenteil ist der Fall. Der Stoffwechsel kann sogar angeregt werden. Auch um einen Verlust von Muskeln muss man sich beim intermittierenden Fasten keine Sorgen machen: Anders als beim Heilfasten, wo der Körper irgendwann die eigenen Eiweiße (sprich: Muskeln) abbaut, greift er beim intermittierenden Fasten nur auf die Glykogen- und Fettspeicher zurück.

Es gibt hier natürlich aber auch Nachteile, die ich nicht verschweigen möchte. Die langen Fastenphasen können zu Heißhungerattacken führen. Darauf folgt dann meistens Überessen und ein schlechtes Gewissen. Wenn ihr wisst, dass ihr zu solchen unkontrollierten Attacken neigt, solltet ihr mit dem intermittierenden Fasten vorsichtig sein. Außerdem kann es eine starke mentale Belastung sein, wenn man den ganzen Tag Hungergefühle hat, vor allem wenn man andere beim Essen beobachtet.

Wenn ihr am intermittierendem Fasten interessiert seid, würde ich euch einen Fasten-Tag in der Woche oder einen 16/8-Rhythmus empfehlen. Wichtig ist, dass ihr in den Essensphasen normal und gesund esst und in den Fastenphasen genügend Flüssigkeit in Form von Wasser oder ungesüßten Tees zu euch nehmt. Das gute beim intermittierenden Fasten ist, dass es sich sehr leicht in den Alltag integrieren lässt - warum also die Herausforderung nicht annehmen?

Bildquellen: S.G.S., Timo Klostermeier  / pixelio.de

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