Sonntag, 12. Oktober 2014

Passt es oder passt es nicht?

Wer auf Instagram unterwegs ist, wird in den letzten Wochen nicht um den Hashtag "IIFYM" herumgekommen sein. Diese Abkürzung steht für "If it fits your macros" und ist eine neue, aber sehr beliebte Bewegung der Ernährungsszene. Doch was steckt überhaupt dahinter? Und ist der Hype wirklich gerechtfertigt?

IIFYM lässt sich auf Deutsch etwa mit "Wenn die Nährstoffe passen" übersetzen. Hintergrund diese Diät- bzw. Ernährungskonzept ist es, dass es zwar beim Abnehmen darum geht, ein Kaloriendefizit herzustellen, egal welche Kalorien man einspart, aber dies nicht gilt, wenn es um die Zusammensetzung des Körpers geht. Möchte man seinen Körperfettanteil senken oder mehr Muskeln aufbauen, kommt es auch auf die Zusammensetzung der Nährstoffe und ihr Verhältnis untereinander an. Anhänger von IIFYM achten also darauf, dass ihre Nahrung exakte Anteile von Kohlenhydraten, Proteinen und Fetten enthält.

Das besondere an IIFYM ist dabei, dass es im Prinzip egal ist, woher diese Nährstoffe kommen. Ob Kohlenhydrate aus Nudeln oder Vollkornbrot, Fett aus Avocados oder Schokolade usw. ist bei IIFYM egal. Das klingt wie eine neue Wunderdiät, die auf gar keinen Fall funktionieren kann, ist aber sogar wissenschaftlich belegt. IIFYM funktioniert und ist dadurch besonders bei Bodybuildern und Models beliebt, die sehr strenge Ansprüche an ihren Ernährungsplan stellen. Die Idee dahinter ist, dass man jede ungesunde Mahlzeit mit gesunden Mahlzeiten ausbalancieren kann. Eine Orgie im Fast-Food-Restaurant wird den Rest des Tages mit stärkearmen Gemüse ausgeglichen und hat so keinen Effekt auf den Körper.

Was so gut klingt, kann eigentlich nur falsch sein und leider ist es auch bei IIFYM zu großen Teilen so. Es mag zwar stimmen, dass IIFYM keinen Einfluss auf das Körpergewicht hat, aber wir wissen, dass das sowieso nicht das wichtigste ist. Ein Problem mit IIFYM ist, dass viele Anhänger lang das selbe Nährstoffverhältnis befolgen. Doch so wie sich der Körper verändert, verändern sich auch seine Bedürfnisse und das Training stagniert, wenn diese Bedürfnisse nicht erfüllt werden. Zudem sind die Bedürfnisse des Körpers wieder für jeden individuell und der Langstreckenläufer braucht andere Verhältnisse als der Gewichtheber.
Außerdem wird IIFYM für viele nur als Ausrede genutzt, dass sie endlich wieder bei Süßem, Fast Food und co. zuschlagen können. Gesund ist das aber nicht und auch unter Proteinen, Fetten und Kohlenhydrate gibt es gesündere (essentielle Fett- und Aminosäuren, langkettige Kohlenhydrate) und ungesündere (Transfettsäuren, Einfachzucker).
Letztlich ist IIFYM sowieso nur einen Schritt vom Kalorien zählen entfernt - und dass das kaum zu einer gesunden Lebensweise führt, ist uns ja wohl allen klar. Dann schon lieber intuitiv lernen, welche Nährstoffe der Körper braucht.

Bildquellen: flown, H. Kroh, Rainer Sturm  / pixelio.de

Kommentare:

  1. Von IIFYM habe ich bis gerade noch nie etwas gehört. Immer mal was Neues. Gut, dass man nicht alles ausprobieren muss :D

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    1. Genau, man muss nicht alles ausprobieren und das ist auch gut so ;) Ich finde nur, zu allem, was man tatsächlich ausprobiert, sollte man auch beide Seiten kennen.

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  2. Nie gehört :D
    Aber klingt jatzt sowieso nicht gerade prickelnd ;)
    Ich ess ja so schon alles was ich will ;)

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