Mittwoch, 21. Januar 2015

Blau, blau, blau strahlt der Bildschirm

Ich habe mir als guten Vorsatz für dieses Jahr gesetzt, dass ich abends weniger am Handy sein will. Nicht nur weil ich es dämlich finde, dass ich mich nicht mehr auf eine Sache komplett konzentrieren kann, sondern auch, weil ich hoffe, dass ich dann besser einschlafen kann. Aber warum sagt man überhaupt, dass man dann besser schlafen kann und welche Strategien gibt es?

Es ist schon länger bekannt, dass wir es abends eher vermeiden sollten, allzu lang auf Bildschirme zu starren. Das liegt daran, dass die Bildschirme sehr viel blaues Licht ausstrahlen. Genau dieses blaue Licht hemmt jedoch unsere Zirbeldrüse, die im Gehirn sitzt, daran Melatonin auszuschütten. Normalerweise sorgt das Melatonin dafür, dass wir müde werden. In einem normalen Tag-Nacht-Rhythmus steigt der Melatoninspiegel stark an, sobald es dunkel wird und verringert sich dann wieder im Laufe der Nacht. So wird unser Einschlafen und Aufwachen gesteuert.
Je mehr wir uns jedoch blauem Licht aussetzen, desto mehr wird dieser Rhythmus durchbrochen. Hieran ist vor allem die neue Technik Schuld: LED-Bildschirme haben nämlich einen sehr viel höherne Blau-Anteil als alte Leuchtstoffröhren-Bildschirme. In Studien wurde bereits nachgewiesen, dass deshalb der Schlaf von Menschen, die an LED-Bildschirmen arbeiten, gestört ist.

Wenn man möchte, kann man das blaue Licht aber auch gezielt als Wachmacher einsetzen. Wer abends beispielsweise noch einige Stunden lang ausnahmsweise konzentriert arbeiten muss, der kann durch eine Veränderung der Farben am Bildschirm durchaus noch einmal einen Energiekick bekommen. Auch im Bereich der Schichtarbeiten gibt es mittlerweile Überlegungen, ob man die Arbeiter durch blaues Licht am Arbeitsplatz besser wachhalten kann. Gleichzeitig könnten Brillen, die das blaue Licht aus dem Tageslicht filtern, dann dafür sorgen, dass Schichtarbeiter besser schlafen können oder ein Jetlag verhindert wird.
Genauso können wir übrigens verhindern, dass wir uns durch das Arbeiten am Bildschirm zu lange wach halten. Einfach den Monitor so rötlich wie möglich stellen. Mittlerweile gibt es sogar Apps und Programme, die die Lichtzusammensetzung am Bildschirm an den Sonnenrhythmus in der jeweiligen Region anpassen.

Dennoch ist es immer noch am besten, abends das Handy und den PC auszuschalten. Mir persönlich fällt das gerade mit dem Handy schwer. Es ist doch so einfach, nebenbei beim Fernsehen Candy Crush zu spielen oder noch mal kurz Instagram zu checken, statt zu lesen... Aber es gibt einige Tipps und Tricks, die ich in den nächsten Wochen anwenden will, um mich langsam vom Handy am Abend zu entwöhnen.
  • Legt das Handy an einen Platz, wo ihr es sehen und hören könnt, es aber nicht erreicht, ohne aufzustehen. So sieht man zwar immer noch, wenn man Nachrichten und Anrufe bekommt, aber die Hemmschwelle "mal eben" das Handy zu nehmen, ist viel höher.
  • Löscht dämliche Spiele vom Handy. Ich habe gemerkt, dass ich wesentlich schlechter einschlafen konnte, als ich noch regelmäßig ein Jump'n'Run-Spiel gespielt habe. Denn durch die Aufregung stieg mein Puls und meine Müdigkeit sank gen Null. Deshalb habe ich das Spiel schließlich gelöscht.
  • Macht eine feste Uhrzeit aus, ab der ihr das Handy ausmacht. Man will zwar immer erreichbar sein, aber gerade nachts muss man das normalerweise ja nicht, denn dann will man ja schließlich schlafen. Ich will mir vornehmen, dass ich demnächst ab 22 Uhr abends unter der Woche nicht mehr erreichbar bin, sofern kein Notfall vorliegt. Wer mich wirklich erreichen muss, hat auch meine Festnetznummer. 
Bildquellen: Konstantin Gastmann, Th. Reinhardt, GG-Berlin  / pixelio.de

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