Donnerstag, 21. Mai 2015

Die Probleme einer verspäteten Lärche

Jeder von uns ist wohl schon einmal schwer aus dem Bett gekommen. Aber wisst ihr auch woran das liegt? Möglicherweise seid ihr nämlich nicht direkt schuld, weil ihr immer zu spät ins Bett geht, sondern es liegt daran, dass euer Körper einfach einen anderen Körperrhythmus hat.

Lerche
Die Wissenschaft unterscheidet mittlerweile zwischen den Typen "Eulen" und "Lärchen". Erstere haben typischerweise eher einen nach hinten verschobenen Tagesrhythmus. Sie sind das, was wir als Langschläfer bezeichnen würden, obwohl das nicht unbedingt stimmt. Sie werden nur später müde, sind also länger wach und müssen dem entsprechend bis zu einer späteren Uhrzeit schlafen, um vollständig erholt zu sein. Lärchen wiederum sind eher früh müde, dafür aber auch schon in den frühen Morgenstunden sehr aktiv.
Interessant ist hierbei eine Untersuchung der biologischen Uhr beider Typen: Die biologische Uhr von Lärchen läuft zu schnell, hier dauert ein Tag mitunter nur 23 Stunden. Bei Eulen wiederum ist die biologische Uhr zu langsam, sie brauchen 24-25 Stunden, um hormonell einen Tag zu durchleben. Entsprechend sind Eulen oft in einem so genannten "Sozialen Jetlag", da sie aufgrund ihrer Verpflichtungen früh aufstehen müssen, aber erst spät abends einschlafen.

Schlafen
Das Schlafverhalten eines Menschen ändert sich mit seinem Alter. Ein Neugeborenes schläft bis zu 18 Stunden am Tag. Als Jugendlicher sind dann etwa 9-11 Stunden nötig. Bei Jugendlichen verschiebt sich übrigens der natürliche Schlafrhythmus bei den meisten hin zum Eulen-Typ. Deshalb fordern Wissenschaftler auch seit Jahren, dass die Schule erst später beginnen soll. Als Erwachsener braucht man dann etwa 6-8 Stunden Schlaf pro Tag, um erholt aufzuwachen. Viele Ältere haben noch ein geringeres Schlafbedürfnis.

Besonders faszinierend ist, dass den Lärchen mittlerweile eine Art Diktatur-Stellung zugeordnet wird. Jeder Mensch sucht sich nämlich ganz unterbewusst einen Beruf, der zu seinem Schlaftyp passt. Dabei haben Lärchen eher die Chance auf Berufe mit mehr Macht, beispielsweise in der Politik oder als Beamte, da diese Jobs oft schon früh am Morgen anfangen. Deshalb wird es wohl leider auch bei der frühen Startzeit für die Schule bleiben.

Eule
Mit diesem Tool habe auch ich getestet, welchen Schlaftyp ich habe. Als Ergebnis kam heraus, dass ich zu den leichten Spättypen gehöre. Das wundert mich kaum: Am besten schlafe ich gegen Mitternacht ein und wache dem entsprechend morgens gegen acht Uhr auf. Leider "gehört" sich dieser Schlafrhythmus nicht für eine "ordentliche" Studentin. Ich bin jedenfalls meistens die erste, die sich von Treffen verabschiedet oder bin auch am Wochenende schon um Mitternacht todmüde.
Seinen natürlichen Schlafrhythmus kann man übrigens nicht umstellen. Man kann lediglich versuchen, mit einer guten Schlafhygiene einen halbwegs angepassten Rhythmus zu bekommen.

Seid ihr eher eine Eule oder eine Lärche? Habt ihr Probleme damit?

Bildquellen: TiM Caspary, Jörg Brinckheger, berggeist007  / pixelio.de

1 Kommentar:

  1. Ich bin eindeutig eine Lärche: Um sieben werde ich wach, am Vormittag habe ich meine effektivsten Arbeitsphase und gegen Abend werde ich müde und träge. Ganz im Einklang mit meinen vorstrukturierten Studienalltag ist mein Biorhythmus aber auch nicht: Da ich schon um halb sechs aufstehen muss, komm ich auch selten problemlos aus dem Bett. Es wäre echt toll, wenn man seine Arbeitszeiten vollkommen seinen individuellen Biorhythmus anpassen könnte. So könnte man die höchste Effizienz aus seiner Leistungskraft holen.

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