Montag, 29. Juni 2015

A day in the life VIII + 15. Aachener Benefizlauf

Ich habe ja schon lang keinen "A day in the life"-Post geschrieben... aber irgendwie passiert in meinem Leben nie so etwas aufregendes, dass ich euch mit meinem Tag unterhalten könnte. Nicht falsch verstehen, ich bin glücklich mit meinem Leben, ich denke nur, dass es für andere vielleicht nicht so interessant ist. Aber dieser Sonntag ist hoffentlich interessant, denn ich laufe meinen 5km-Lauf. Und abgesehen davon spare ich mir damit auch einen Extra-Post für einen Rückblick auf den Lauf ;)

7:30 Ich wache zum ersten Mal auf, zum Glück ohne Gedanken an den Lauf. Weil es noch viel, viel zu früh ist kann ich mich zum Glück umdrehen und noch mal schlafen.

8:40 Mit dem Schlaf ist es vorbei. Ein bisschen Recken und Strecken, dann geht es ins Bad.

9:00 Ich habe noch keinen Hunger - gut so, schließlich muss ich ja auch bis 12 durchhalten. Also geht es erst mal an den PC Mails usw. checken.

9:33 Jetzt ist der Hunger da. Ich mache mir mein vorbereitetes Porridge. Hatte ich echt lang nicht mehr, so ein Porridge mit Banane und Mandelmus. Einerseits hätte ich ehrlich gesagt auch mehr Lust auf anderes, aber andererseits weiß ich, dass sich so ein Porridge gut mit einem nervösen Magen verträgt und ich beim Laufen keine Probleme damit bekomme.

9:49 Zurück an den PC. Jetzt beginnt die schlimmste Phase, denn ich habe nichts zu tun, muss mich aber noch etwas über eine Stunde lang ablenken. Dabei steigt aber schon die Aufregung...
Immerhin arbeite ich an einigen Blogposts, unter anderem an diesem.

10:45 Ich bereite mein Essen für nach dem Lauf vor: Ein Proteinshake mit einer Banane, Milch, Hanfproteinpulver und Kakao und einen Salat.

11:18 Auf zum Lauf! Ich fahre mit dem Rad dort hin. Auf halber Strecke fällt mir auf, dass ich zwar viel zu viel dabei habe, aber ausgerechnet meine Pulsuhr ist zuhause geblieben. Kurzes Abwägen - dann drehe ich um und fahre zurück.

11:40 Ankunft beim Aachener Waldstadion. Das Aufwärmen habe ich schon erledigt. Ich werde direkt am Anfang von einem Mitarbeiter abgefangen, der mir den Weg zur Anmeldung erklärt. Sehr gut, das hat letztes Mal gefehlt. Ich hole mir meine Startnummer, mein T-shirt (übrigens sorry für das schlechte Bild, Blogger hat alle anderen Fotos immer nur gedreht...) und bekomme als Goodies noch eine Laufzeitschrift, eine Banane und ein Traubenzucker. Dann gehe ich zur Besuchertribüne und suche mir einen Platz, wo ich meine Sachen lassen kann. An dieser Stelle noch einmal vielen Dank an den "Verwalter von Kindern, Hund und Taschen", der netterweise auf meine Sachen aufgepasst hat!


11:50 Einlaufen.

12:00 Start. Ich bin total hibbelig und voller Energie, sodass die Massen mir viel zu langsam sind. Ist aber wahrscheinlich gut so, weil ich sonst am Anfang viel zu schnell gewesen wäre. Als wir aus dem Stadion draußen sind, geht es so langsam schneller und ich kann ein paar Leute überholen.
Die erste Hälfte des Laufs geht es praktisch nur aufwärts. Ich bemühe mich, meine Kräfte einzusparen und achte darauf, dass mein Puls nicht über 160 kommt (eigentlich wollte ich ihn bei 150 halten). Mich überholen ziemlich viele wieder, was mich frustriert.
Je länger es jedoch bergauf geht, desto mehr macht es sich bezahlt, dass ich am Anfang so langsam war. Ich kann wieder die ersten überholen. So langsam gelange ich in eine Art meditativen Zustand. Ich nehme meine Musik kaum wahr und fokussiere nur immer denjenigen, der direkt vor mir ist. Die steilsten Strecken gehe ich flott, ansonsten jogge ich weiter.
Kurz vor Kilometer 3 ist die steilste Strecke des Rennens. Ich wusste das ja zum Glück schon und konnte mich so von Anfang an mental darauf einstellen, hier noch  mal Kräfte zu mobilisieren. Viele andere gehen an dieser Stelle schon und ich kann wieder überholen!

Ab jetzt geht es nur noch abwärts und ich gebe verhalten Gas. Kurz vor Kilometer 4 bin ich laut Pulsuhr bei 25 Minuten und weiß somit, dass mein Ziel von 29:59 nicht mehr erreichbar ist. Glücklicherweise ist mir das in diesem meditativem Zustand aber relativ egal. Das Ziel lautet jetz: Unter die 35 Minuten kommen! Also weiterhin volle Kraft voraus.
Als wir auf den Weg einbiegen, von wo man in das Stadion kommt, kann ich kaum noch an mich halten. Keine Ahnung woher, aber ungeahnte Energiereserven beflügeln mich und ich überhole einen nach dem anderen.
Im Stadion gebe ich alles für den Endspurt. Auf den letzten Metern würde ich gern noch schneller, aber mir wird schon schwummrig. Die Uhr zeigt irgendetwas mit 34 Minuten an (meine Pulsuhr habe ich erst zu spät gestoppt).
Im Ziel angekommen wird mir beinah noch schwarz vor Augen. Zu viel Hitze, zu viel Anstrengung. Ich lasse mir einen Becher Wasser in die Hand drücken, von dem ich aber die Hälfte in meinem Gesicht verteile. Tut. das. gut. Auch hier noch mal ein großes Dankeschön an die Organisation dafür, dass nasse Schwämme verteilt wurden!
Ich hole meine Sachen ab und stürze ca. die Hälfte meiner 1,5l-Flasche herunter. Jetzt lasse ich auch ein bisschen die Atmosphäre auf mich wirken und mache Fotos. Vor dem Rennen war ich dazu zu nervös.

12:50 Ich fahre nach Hause. Bin ich froh, dass es jetzt nur bergab geht! Jeder Tritt in die Pedale jagt Schmerz durch meine müden Muskeln.

13:05 Ankunft zuhause. Ich trinke den Rest meines Wassers und meinen Proteinshake, entspanne ein bisschen und dehne mich.

13:24 Ab unter die Dusche.

13:44 Mittagessen.

14:00 Ich habe Lust auf Backen und netterweise hat meine Mutter mir am Tag eine Zucchini überbacken. Ich backe zwei Ladungen Zucchini-Cookies, wobei leider nur zwei große Cookies rauskommen. Na ja, kann man ja klein schneiden. Außerdem backe ich Schoko-Granola mit Buchweizen.

*
14:40 Ich hänge einige Bilder auf. Von einem Großonkel habe ich drei wunderschöne Bilder bekommen, die jetzt fast alle an ihren neuen Platz kommen (Notiz an mich: Wasserwaage und größere Leiter von meinen Eltern ausleihen!)

15:30 Endlich Zeit für einen Kaffee! Außerdem arbeite ich weiter an diesem Post.

16:08 Ich ziehe zum Lesen aufs Sofa um. Im Moment lese ich unter anderem "102 Minutes" von über den 11. September. Ich würde jetzt wegen des Themas nicht unbedingt sagen, dass es ein "schönes" Buch ist, aber irgendwie finde ich die Geschichte doch sehr "schön" aufbereitet. Es geht um jene 102 Minuten vom ersten Flugzeugcrash bis zum Zusammensturz und es werden die Geschichten von vielen Einzelpersonen aus den Türmen erzählt. Ich war bei 9/11 noch sehr jung, deshalb finde ich es toll, was für ein Denkmal die Autoren den vielen Opfern mit diesem Buch gesetzt haben. (Trotzdem würde ich es nie im Leben abends lesen, sondern nur tagsüber).
Und ja, ich hätte zum Lesen auch raus gehen können. Aber weder die Vorstellung, auf unsere Dachterasse im 4. oder 5. Stock hochzulaufen, noch die Hügel zum nächsten Park zu erklimmen, schien mir jetzt attraktiv.

16:18 Ich kann es nicht ertragen, von meinem Platz auf dem Sofa das Chaos in der Küche zu sehen. Also raffe ich mich grummelnd doch auf, spüle und räume auf.

16:50 Jetzt aber endlich zum Lesen!

18:45 Ich beginne mit dem Kochen. Es gibt selbstgemachte Käsespätzle mit Grünkohl.

19:30 Dr. Who-Abend! Ich bin ja wie immer zu spät dran, aber auch ich nehme gerade die gesammelten Dr.-Who-Werke in Angriff. Bin aber gerade erst bei Staffel Zwei. Dazu gibt es noch ein Betthupferl: Erdbeeren aus dem Garten meiner Eltern und Cookies.

22:50 Ich beende meinen Fernsehabend und gehe ins Bett. Vor dem Schlafen wird aber noch gelesen, nämlich "Selection" von Kiera Cass. Ich bin noch nicht besonders weit, aber bis jetzt finde ich es gar nicht so schlecht.

23:32 Mir fallen die Augen zu. Gute Nacht!

* Bild von Hans Kortengräber

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