Samstag, 27. Juni 2015

Countdown: 10 Lektionen, die ich über das Laufen lernen musste

eIch würde nie so weit gehen und mich als Profi-Läuferin bezeichnen. Ich laufe zwar schon seit etwa sieben Jahren (unregelmäßig), aber ich bin noch nie einen Marathon gelaufen, geschweige denn einen Halbmarathon. Um ehrlich zu sein, habe ich sogar eine Art Hassbeziehung mit dem Laufen: Ich hasse es, wie schwer Erfolge zu sehen sind, aber irgendwie lässt es mich doch nie los. Und natürlich habe ich mit der Zeit auch so einiges gelernt.
Schuhe
  1. Die richtigen Schuhe machen viel aus. Wisst ihr, wie es ist, wenn man ewig mit unaufgepumpten Reifen Fahrrad fährt und erst merkt, wie anstrengend das ist, wenn man endlich zum Aufpumpen kommt? Ungefähr so ist auch das Laufen ohne die richtigen Laufschuhe. Jeder, der merkt, dass er am Laufen Spaß gefunden hat, sollte sich dringend mit professioneller Beratung richtige Laufschuhe kaufen.
  2. Laufen ist langweilig für mich. Und das ist völlig okay. Selbst Laufen mit Musik finde ich nicht toll. Ich brauche entweder eine sehr schöne, neue Umgebung oder ich muss Podcasts bzw. Hörbücher hören. Dann kann ich mich beim Laufen aber auch ganz fallen lassen.
  3. Joggen ist anstrengend. Man denkt immer, dass es sich ja "nur" um Laufen handelt, was wir im Grunde genomen ja den ganzen Tag tun. Aber es ist sehr viel mehr als das und vor allem verdammt anstrengend. Also ist es auch okay, wenn man sich danach länger regenerieren muss.
    Essen
  4. Ich kriege wahnsinnigen Hunger vom Joggen. Das hat wohl mit Punkt 3 zu tun. Seit ich das akzeptiert habe und relativ bald nach dem Joggen etwas esse, haben sich meine stundenlangen Heißhungerattacken nach dem Joggen deutlich verbessert.
  5. Ich bin nicht als Läuferin geboren. Theoretisch reizt mich das Ziel eines Marathons schon. Aber Joggen ist sehr belastend für die Gelenke und das merke ich schon bei kürzeren Distanzen deutlich. Besonders meine Knie sind anscheinend sehr empfindlich. Aber die Anatomie jedes Menschen ist eben anders.
  6. Minimal ist besser. Ich mag es nicht, wenn ich einen Taschengürtel, einen Trinkrucksack, eine Jacke oder eine Armtasche beim Laufen dabei habe. Dann bin ich nämlich garantiert die Hälfte der Zeit damit beschäftigt, etwas zurechtzuziehen, neu festzumachen oder etwas rein- und rauszuholen. Ich laufe am liebsten mit Handy, Taschentuch und Schlüssel in der Hand bzw. am Schuh oder in der Hosentasche (sofern diese existiert).
  7. Beim Laufen kann ich Anstrengung besser vertragen. Ich hasse zwar Intervalltraining, aber ich kann höhere Pulszahlen beim Laufen besser ertragen, als wenn ich zuhause andere Cardio mache. Wenn ich zuhause in diesen Pulszahlen bin, fühle ich mich schon halbtot, beim Laufen geht es noch. Vermutlich ist Punkt drei deshalb auch so überraschend für mich.
  8. Joggen spricht ganz andere Muskeln an als anderes Training für die Beine. Ich habe ja den Winter über meine Beinmuskeln vor allem mit Krafttraining und plyometrischen Übungen trainiert. Beim Laufen merke ich aber immer wieder, dass dabei einige entscheidende Muskeln kaum trainiert werden wie etwa die Hüftbeuger. 
    Morgen
  9. Ich kann besser morgens als abends laufen. Das liegt zum einen daran, dass ich morgens einfach generell mehr Power habe als nach einem langen Tag (siehe Punkt drei). Aber gerade im Sommer ist es morgens immer kühler als abends (bzw. spätnachmittags, wenn ich laufen gehe). Deshalb habe ich lieber einen erfrischenden Morgenlauf, als einen schlechten Lauf nach der Uni.
  10. Laufen macht süchtig. Ich finde Laufen langweilig, mein Körper protestiert regelmäßig dagegen, aber irgendwie zieht es mich immer wieder zurück. Vielleicht liegt es daran, dass meine bewusste Sportkarriere (damals habe ich zwar schon Ballett getanzt, aber dafür haben mich seinerzeit meine Eltern angemeldet, fürs Laufen habe ich mich bewusst entschieden) mit dem Laufen begonnen hat oder weil es mir kein anderer Sport ermöglicht, so bewusst in die Natur einzutauchen. Auch wenn ich derzeit am Ende meines Trainings für den 5km-Lauf die Nase voll vom Laufen habe, bin ich mir ziemlich sicher, dass es mich spätestens in ein paar Monaten wieder packt.
Bildquellen: Martin Jäger, Rainer Sturm (letzten beiden Bilder)  / pixelio.de

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen