Samstag, 17. Oktober 2015

Anfänger Guide: Fette

Fette sind schon seit Jahren der Buhmann in der Ernährung. Sie sind für Zunahme und Übergewicht zuständig, für Erkrankungen und Todesfälle. Dabei stimmt hier mal wieder die Perspektive nicht so richtig. Nicht die Fette sind schuld an den genannten Folgen, sondern vielmehr dass wir übertrieben viel davon konsumieren. Bevor man jedenfalls die Fette beschuldigt, sollte man sich zunächst darüber informieren.

 Fette - was ist das?

Fette sind von den drei Grundnährstoffen die energiereichsten. Das macht es leicht, die Schuld für Übergewicht o.ä. den Fetten zuzuschieben. Doch Fett hat eine wichtige Aufgabe im Körper: Es hilft, fettlösliche Vitamine aufzunehmen, ist ein wichtiger Energiespeicher und Zellbaustoff und ist auch für das Gehirn sehr wichtig. Vor allem für Frauen ist eine ausreichende Versorgung mit Fett wichtig, damit der Zyklus nicht gestört wird.
Fette kann man in die ungesättigten und gesättigten Fettsäuren aufteilen. Die Unterscheidung geschieht dabei, ob es in den Fettsäuren (auf molekularer Ebene) nur einfache oder auch doppelte Bindungen gibt. Von den ungesättigten Fettsäuren gibt es wiederum einfach und mehrfach ungesättigte Fettsäuren. Insbesondere die letzteren sind sehr wichtig für unseren Körper, weil er sie nicht selbst herstellen kann. Mehrfach ungesättigte sind zum Beispiel in fettem Seefisch wie Lachs und Makrele, aber auch Nüssen und Pflanzenölen enthalten.
Die letzte Kategorie der Fette sind die Transfette. Sie werden auch entartete Fette genannt, was schon verdeutlicht, wie ungesund sie sind. Transfette entstehen, wenn Fette sehr hoch erhitzt werden. Sie kommen häufig vor allem in industriell gefertigten Lebensmitteln vor, wo sie für eine länger Haltbarkeit sorgen. Man findet sie zum Beispiel in Margarine, Chips oder frittiertem Essen. Transfettsäuren erhöhen das Risiko, an Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu erkranken immens, weshalb man sie so stark wie möglich vermeiden sollte.

Was ist mit dem Cholesterin?

Im Zusammenhang mit Fetten taucht immer wieder die Diskussion über Cholesterin auf. Denn eine fettarme Ernährung kann nachgewiesen die Menge an "bösem" Cholesterin im Blut senken. Neuere Studien zum Thema Cholesterin zeigen jedoch mittlerweile, dass unser Körper
Cholesterin auch selbst herstellt und zwar in viel größerer Weise, als wir es je durch die Ernährung zu uns nehmen könnten. Cholesterin scheint für den Körper also sehr w
ichtig zu sein. Wer eine ausgewogene Ernährung praktiziert, sollte sich also bei seinem Fettkonsum keine Gedanken über den Cholesterin-Spiegel machen. Laut DGE sollte etwa ein Drittel der Energiezufuhr eines Tages aus Fetten bestehen.

Hug a Fat Month

Es kommt immer wieder in Mode, dass man Fett für alle Krankheiten und Übergewicht zum Schuldigen macht. Das Problem an der ganzen Sache ist aber nicht das Fett. Es sind wir, die keinen maßvollen Umgang mit fettigen Lebensmitteln pflegen oder zu viel vom falschen Fett essen. Statt daran etwas zu ändern, kaufen wir aber lieber fettreduzierte Lebensmittel.
Ich sage nicht, dass wir alles Fett essen sollten, was uns so über den Weg läuft. Aber ich finde, dass wir unsere Angst vor Fett verlieren könnten. In meiner Küche habe ich Keimöl, Sesamöl, Olivenöl, Kokosfett, Sonnenblumenkerne, Walnüsse, Mandeln, Kürb Sonnenblumenkern-Mus und Erdnussbutter. Ich benutze stets nur einen Esslöffel davon (na gut, vom Nussmus auch schon mal mehr, aber ich arbeite dran) und bin trotzdem noch nicht übergewichtig oder habe einen zu hohen Cholesterinspiegel. Im Gegenteil ich bin der festen Überzeugung, dass das Fett meine Ernähung in allen Komponenten nur zum Positiven verändert und damit auch meine Gesundheit. Denkt also mal über eure Einstellung zu Fett nach. Und wenn ihr schon dabei seid, macht es mir nach und knuddelt euer Erdnussbutterglas oder die Olivenölflasche.

Bildquelle: skitterphoto.com

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