Freitag, 22. Januar 2016

Was tun, wenn ihr SAD seid

Ich muss zugeben, dass dieses Wortspiel wesentlich besser funktionieren würde, wenn dies ein englischer Blog wäre, aber ihr wisst sicherlich, worauf ich hinaus will. SAD steht für saisonal-affektive Störung (auf Englisch: seasonal affective depression) oder eben Winterdepression. Damit ist eine spezielle Art der Depression bzw. depressiven Verstimmung gemeint, die nur in den Wintermonaten auftritt.

Dass es uns in den Wintermonaten schon mal schlechter geht, insbesondere wenn wir wochenlangen Regen und Dunkelheit hinter uns haben, kennen die meisten. Diese "schlechte Laune" kann jedoch auch krankhaft werden. Dann kommen noch andere Symptome wie etwa eine verminderte Konzentration, Zunahme, Müdigkeit, soziale Isolation und Stimmungsschwankungen dazu.
Als Ursache für die SAD sieht man vor allem den Wechsel des Lichts im Laufe der Jahreszeiten. Licht, insbesondere Sonnenlicht, ist für uns nicht nur für die Bildung von Vitamin D notwendig, sondern steuert auch unsere Hormone. Diese wiederum sorgen dafür, dass wir tagsüber wach und leistungsfähig und nachts müde sind. Bei Menschen mit Winterdepressionen sorgt das verminderte Licht dafür, dass der Serotonin-Melatonin-Stoffwechsel gestört wird. Die Gehirnzellen werden vom vorhandenen Licht nicht genug stimuliert, um das stimmungsaufhellende Serotonin auszuschütten. Gleichzeitig wird vermehrt das müde machende Melatonin verstärkt ausgeschüttet. So kommt es zu den genannten Symptomen.


Wenn man von der Ursache für SAD ausgeht, klingt es zunächst logisch, dass man sich als Gegenmaßnahme mit möglichst viel Licht therapiert. Genauer betrachtet, wird das jedoch schwierig. Im Winter herrscht bei uns schließlich oft Regen oder eine Wolkendecke mindert die Einstrahlung der Sonne. Selbst wenn die Sonne scheint, reicht ihr Licht in unseren nördlichen Breitengraden jedoch nicht unbedingt aus, um den Stoffwechsel wieder in Gang zu bringen. Dennoch kann mehr Bewegung an der frischen Luft zunächst ein Weg sein, um SAD zu bekämpfen.
Reicht das nicht aus, kann man über eine Tageslichtlampe nachdenken. Diese entspricht von der Lichttemperatur und den spektralen Zusammensetzung unserem natürlichen Tageslicht. Am besten sollte diese Lichttherapie direkt nach dem Aufstehen erfolgen. Dazu setzt man sich etwa 50-80cm von der Lampe entfernt hin. Wichtig ist, dass die Augen geöffnet sind, da der Körper darüber die Signale für den Serotonin-Melatonin-Stoffwechsel wahrnimmt. Direkt ins Licht sehen sollte man jedoch selbstverständlich nicht.

Natürlich können auch andere Faktoren SAD helfen. So kann regelmäßiger Sport die Gehirn-Chemie positiv beeinflussen und ist laut einigen Studien sogar so hilfreich wie ein Antidepressivum. Noch besser: Outdoor-Sport wie etwa Rad fahren oder Joggen, um mehrere Fliegen mit einer Klappe zu schlagen.
Auch die Ernährung kann eine Rolle spielen. Gerade (komplexe) Kohlenhydrate wie etwa in Haferflocken oder Bananen können zu einer vermehrten Ausschüttung von Serotonin führen.
Neben der direkten Licht-Hypothese vermuten Forscher auch, dass das verminderte Licht indirekt durch ein Mangel an Vitamin D ebenfalls zu SAD führen kann. Deshalb sollte man bei den genannten Symptomen eventuell auch seine Vitamin-D-Level checken lassen und eventuell supplementieren.
Sollten all diese Behandlungsmaßnahmen nicht anschlagen, gibt es auch noch die Möglichkeit, die Winterdepression durch Tabletten ein Schnippchen zu schlagen.

Disclaimer: Ich habe keine medizinische Ausbildung. Für detaillierte Fragen bezüglich Depressionen, Lichttherapie oder anderen (psychischen) Krankheiten sollte auf jeden Fall ein Arzt konsultiert werden.

Bildquellen: Photos via Visual hunt, Mitte: dgoomany via Visualhunt.com / CC BY-SA  

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