Mittwoch, 18. Mai 2016

Warum manchmal weniger mehr ist

Wir alle wollen heutzutage immer das meiste aus unserer Zeit herausholen. HIIT, Intervalltraining, Supersets und co. sind die passenden Stichwörter. Aber unser Körper kann das nicht lang durchhalten. Selbst wenn ihr ein oder zwei Tage zur Regeneration pro Woche einplant, wird euer Körper dauerhaft hochintensives Training nicht gut wegstecken. Das liegt nicht etwa daran, dass ihr keine professionellen Athleten seid: Selbst die schaffen es körperlich nicht, immer auf der Höhe zu sein und haben oft im Alter gesundheitliche Beschwerden. Als Alternative macht es deshalb Sinn, regelmäßig auf ruhigere Low Intensity Workouts zu achten.

Gerade für Ausdauersportler können Low Intensity Workouts auch ein wichtiger Teil des Trainings sein. Denn wer für längere Distanzen wie einen Marathon trainiert, muss nicht nur die nötige Kraft in den Muskeln dazu aufbauen, sondern auch die (Kraft-) Ausdauer. Entsprechend kann ein Workout mit niedrigerer Intensität dazu führen, dass man diese Ausdauer aufbaut und den Körper dadurch stärkt. Noch dazu kann ein solches Workout auch vor allem neurologisch wirken. Lange Ausdauereinheiten sind Lektionen für unser Gehirn in den Bereichen Durchhaltevermögen und Selbstdisziplin.
Im übrigen haben auch Low Intensity Workouts positive Effekte auf unsere Gesundheit. Auch sie stärken unseren Stoffwechsel und Muskeln. Genauso wie bei einem HIIT-Workout werden Endorphine ausgeschüttet, die uns glücklich machen. Zu guter letzt kann Low Intensity für unsere Herzgesundheit sogar besser sein. Gerade Anfänger profitieren davon mehr als von extremen Anstrengungen.

Low Intensity Workouts können auch Teil der Regeneration sein. Gerade bei Muskelkater bringt es oft wenig, wenn man einfach nur die Beine hochlegt. Das sollte man zwar auch ab und zu tun, jedoch macht es insgesamt Sinn, sich moderat zu bewegen. Denn was wir als Muskelkater bezeichnen, sind letztlich nichts als viele kleine Muskelfaserrisse - Verletzungen, die wir zunächst heilen lassen sollten, bevor wir wieder ins normale Training einsteigen. Außerdem kann ein zu rigoroser Trainingsplan zum gefürchteten Übertraining führen: Ein Zustand, in dem der Körper chronisch ermüdet ist, weniger Leistung zeigen kann und die Verletzungsgefahr steigt. Durch moderates Training werden die Muskeln besser durchblutet und können so auch leichter regenerieren, als wenn sie nicht bewegt werden. Denn mit dem Blut können fehlende Nährstoffe und Bausteine ins Muskelgewebe transportiert werden.

Aber was genau gilt jetzt als Low Intensity Workout? Ein einfaches Beispiel dafür wäre ein entspannter Spaziergang in der Natur, der natürlich noch zahlreiche andere Vorteile hat. Wer das Fitness-Studio lieber nicht verlassen möchte, kann auch ca. 30 Minuten lang rudern, Rad fahren oder laufen. Wichtig dabei ist, dass das Tempo so niedrig gehalten werden sollte, dass man sich dabei noch ohne Probleme unterhalten könnte. Aber auch ruhige Yoga-Workouts, Stretching-Sessions oder Mobilisations-Übungen können als Low Intensity Workout gezählt werden. Wichtig ist dabei - wie immer - dass ihr euch gut dabei fühlt.

Bildquellen: pexels.com, VisualHunt.com

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