Mittwoch, 13. Juli 2016

Schweiß - die ekligste Nebensache der Welt

Als ich mit Sport angefangen habe, fand ich Schweiß furchtbar. Er war eklig, er roch schlecht, er störte. Mittlerweile habe ich mich daran gewöhnt, dass beim Sport Schweiß eben dazu gehört. Ich freue mich sogar, wenn ich bei einem Workout so richtig ins Schwitzen komme, denn für mich ist das mittlerweile ein Zeichen dafür, dass ich alles richtig mache. Mittlerweile ist es sogar so, dass ich mich für Schweiß interessiere - so weit ist es mit mir schon gekommen ;)

Der Mensch ist darauf ausgelegt, dass er eine bestimmte Körpertemperatur hält. Schwankungen in beide Richtungen sind dabei schlecht, wobei die Schwankung nach oben eine besondere Tücke enthält. Dann denaturieren nämlich die Eiweiße im Körper (so wie das Ei in der Pfanne einen anderen Zustand annimmt) und Hormone, Enzyme und co. können ihren Aufgaben nicht mehr nachkommen. Entsprechend ist unser Körper darauf bedacht, es gar nicht erst so weit kommen zu lassen. Der Schweiß ist dabei ein Teil des Abkühlungsmechanismus. Durch die Verdunstung der Feuchtigkeit auf der Haut entsteht Kälte, die unseren Körper abkühlt. Diesen Mechanismus nutzen alle Säugetiere. Der Mensch hat jedoch besonders viele Schweißdrüsen. Auch das ist ein evolutionärer Vorteil, denn der Mensch konnte durch seinen Abkühlungsmechanismus länger bei der Jagd durchhalten, während seine Beute irgendwann erschöpft aufgeben musste.

Schweiß an sich ist geruchlos. Allerdings sind im Schweiß Fettsäuren enthalten, die von Bakterien der Hautflora abgebaut werden. Erst diese Abbauprodukte riechen unangenehm. Doch Schweiß signalisiert nicht nur, dass jemand sich gerade angestrengt hat. Über Schweiß werden auch andere Signale übertragen, die so genannten Pheromone. Das sind Sexualhormone, die potentiellen Partnern die Auswahl des passenden Partners erleichtern. Außerdem unterscheidet man zwischen thermoregulierendem Schwitzen (bei Überhitzung) und stressbedingtem Schwitzen. Bei letzterem wird "kalter Schweiß" durch eine Kombination von Botenstoffen freigesetzt, ohne dass uns zu warm wäre. Auch dieser Schweiß hat einen ganz besonderen Geruch, den wir unterbewusst als Teil der nonverbalen Kommunikation wahrnehmen.

Die gute Nachricht ist also, dass Schweiß nur eine natürliche Reaktion ist, um unseren Körper zu schützen, auch wenn wir Schweiß eher als negativ wahrnehmen. Die schlechte Nachricht ist, dass sich das Schwitzverhalten des Körpers an unseren Trainingsgrad anpasst: Studien haben gezeigt, dass Ausdauersportler schneller schwitzen und mehr Schweiß produzieren. Der Grund dafür ist, dass unser Körper lernt "effizienter zu schwitzen", je häufiger wir das tun. Je höher unser VO2-Maximum ist (die maximale Aufnahme von Sauerstoff des Körpers), desto schneller schwitzen wir. Doch auch das Geschlecht und das Körpergewicht spielen eine Rolle bei der Menge unseres Schweiß. Die einzige natürliche Möglichkeit dies zu unterbinden, wäre, dass wir unserem Körper das Wasser entziehen, das er sonst zum Schwitzen nutzen würde. Dies ist allerdings auf gar keinen Fall empfehlenswert, da Schweiß zum einen ein wichtiger Überhitzungsmechanismus ist und zum anderen Wasser in jeder Hinsicht lebenswichtig. Es bleibt also nur, Schweiß als natürliche Reaktion zu akzeptieren und im Zweifelsfall mithilfe von Duschen, Deos und co. Abhilfe zu schaffen.

Bildquellen: mcdarius (CC BY-NC), Shaylor (CC BY-ND) via Visualhunt.com

Kommentare:

  1. Also ich betreibe regelmäßig Ausdauersport und muss schon sagen, dass ich inzwischen mehr schwitze, als am Anfang. Manchmal nervt mich das echt, weil der Schweiß dann wirklich von meinem Körper runter läuft... aber eigentlich bin ich auch stolz, mich anzustrengen ;)

    Liebe Grüße

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    1. Ich denke auch, dass man sich für seinen Schweiß nicht schämen muss. Für ich ist Schweiß definitiv auch ein Zeichen dafür, wie sehr ich mich anstrenge. Mit Handtuch und co. lässt sich ja auch alles ertragen und nach dem Sport gibt es die Dusche.

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