Sonntag, 24. Juli 2016

Selbstliebe-Sonntag: Drei Schritte, um aus dem Gedankenkarusell zu entkommen

Ich habe neulich hier über positiven Stress berichtet und glaube auch immer noch, dass es den gibt. Aber es gibt eben leider auch den negativen Stress, der in unserem Alltag schnell die Überhand nimmt. Zumindest in meinem Fall ist es dann so, dass ich schnell in einem Gedankenkarusell gefangen bin: Ich fange lauter Aufgaben an, die ich natürlich nicht alle gleichzeitig beenden kann, schiebe Deadlines hin und her und kann vor lauter Sorgen keinen klaren Gedanken fassen, was für meine Arbeit meist noch kontraproduktiver ist. Je weniger ich eine Aufgabe schaffe, desto mehr Angst macht mir das wieder und das Karusell dreht sich von neuem.
Da ich mit diesen Schwierigkeiten schon eine ganze Weile zu kämpfen habe, habe ich mir mittlerweile ein paar Strategien zurecht gelegt. Nicht alle davon funktionieren immer oder sind auf jede Lebenslage übertragbar, aber insgesamt sind sie eine gute Basis, um dem Stress zu entkommen.

Schritt 1: Pause

Tatsächlich ist dieser Schritt schon der schwierigste, denn wenn man im Gedankenkarusell ist, kann man sich ja vermeintlich keine Pause gönnen. Für mich ist in solchen Momenten aber essentiell, dass ich mir bewusst mache, dass ich mich gerade in dem Karusell befinde und "aussteige". Ich verlasse dann meinen Arbeitsplatz und mache mir eine leckere Tasse Kaffee oder drehe eine Runde um den Block, um meine Gedanken zu lösen. Dann lausche ich in mich hinein und versuche ganz wertfrei wahrzunehmen, was gerade mit mir los ist. Was macht mir am meisten Sorgen? Warum? Kann ich das abstellen und wie? Gerade am Anfang ist diese Analyse der Situation oft schwierig. Mir hilft es manchmal auch, mich mit Freunden auszutauschen oder alles schriftlich festzuhalten, um einen besseren Überblick zu bekommen.

Schritt 2: Prioritäten

Im Gedankenkarusell ist das Putzen meiner Wohnung für mich genauso wichtig wie die Abgabe einer Hausarbeit und das Treffen mit Freunden. So blöd es aber auch klingt, Prioritäten verschieben sich in Stress-Situationen. Mir hilft es deshalb, mir ganz klar zu machen, was wirklich jetzt erledigt werden muss und was noch ein paar Tage oder Wochen warten kann.
Als erstes notiere ich mir deshalb alle Deadlines. Alles mit Deadlines binnen einer Woche bekommt bei mir höchste Priorität. Als nächstes kommen Sachen, die sich ebenfalls grundsätzlich nicht verschieben lassen, aber keine Deadline haben, z.B. Einkaufen, Wäsche waschen oder Arzttermine. Schließlich kommen Sachen, die zwar nicht zwingend notwendig sind, sich aber sonst nicht wiederholen lassen: Spezielle Treffen mit Freunden, Specials im Fitness-Studio, wetterabhängige Aktivitäten etc. Anschließend kommt all das, was ohne Probleme auch noch ein bisschen warten kann: Putzen, zusätzliche Kurse und Projekte, Deadlines binnen zwei bis drei Wochen.

Schritt 3: Plan entwerfen

Mit der Priorisierung aus Schritt 2 kann man dann einen Plan entwickeln. Mir persönlich hilft es, einen solchen Plan wirklich physisch, also auf Papier, aufzuschreiben, man kann ihn aber natürlich auch digital erstellen. Beim Planen kommt es natürlich auch ein bisschen darauf an, wie gut man sich kennt: Wie lang braucht man für die einzelnen Aufgaben? Wann kann man besser arbeiten? Will man einen Plan, in dem sämtliche Stunden verplant sind oder nur gröbere Vorgaben?
Ich persönlich kann zum Beispiel am besten damit arbeiten, wenn in meinem Plan zwar Tagesziele vorgegeben sind, ich jedoch variabel entscheiden kann, wann ich die angehen möchte. Der Plan hilft mir dann nicht nur, meine Aufgaben besser zu verteilen, er gibt mir auch die Sicherheit, dass alles so machbar ist, wie ich mir das Vorstelle. Außerdem kann ich auf einem solchen Plan abstreichen, wenn ich einen Aufgabe erledigt habe - das motiviert mich immer total.



Bildquellen: Visual hunt: Robert S. Donovan (CC BY-NC), IvanWalsh.com (CC BY)

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