Sonntag, 3. Juli 2016

Selbstliebe-Sonntag: Meine vier besten Tipps zu Gewohnheiten

In den letzten Wochen und Monaten habe ich mich zunehmend mit dem Thema Selbstliebe beschäftigt. Für mich schließt das alles mit ein, was mir gut tut und mich geistig weiterbringt. Deshalb darf ich euch die neue Blog-Kategorie vorstellen: Selbstliebe-Sonntag. Von nun an werde ich also in mehr oder weniger regelmäßigen Abständen sonntags Posts mit Themen aus der Psychologie, Verhaltens- oder Stressforschung hier veröffentlichen.

Nicht erst, seit ich Better Than Before gelesen habe, beschäftige ich mich mit dem Thema Gewohnheiten. Gerade im Bereich von Sport, Ernährung und Gesundheit, versuche ich seit einigen Jahren, verschiedene Gewohnheiten mehr oder weniger erfolgreich in meinem Leben zu etablieren. In dieser Zeit konnte ich einige Faktoren erkennen, die mir das Etablieren von Gewohnheiten einfacher machen - und euch vielleicht auch.

#1 Macht euch die Gewohnheit so einfach wie möglich. 

Ich habe nicht nur eine helle Haut, sondern nehme auch Medikamente, wegen denen ich besonders auf Sonnenschutz aufpassen muss. Doch nur, um mich ein bis zwei Stunden auf die Terasse zu setzen, war ich immer zu faul zum Eincremen: Schmierige Hände, ekliger Geruch, Fettschmieren auf Papier... Die einfache Lösung für mich war, für solche Fälle in ein Sonnenspray zu investieren, das sich schnell und praktisch auftragen lässt. Genauso ist es auch mit anderen Gewohnheiten: Gesund kochen geht einfacher, wenn man nur Gesundes im Haus hat oder im Meal Prep schon Gemüse vorgeschnibbelt hat. Die Motivation zum Sport steigt, wenn ihr wenigstens eure Lieblingssportart ausführt. Wenn man sich schon schwierige Sachen angewöhnen will, darf man es sich wenigstens so leicht wie möglich machen.

#2 Erlaubt euch nicht, drüber nachzudenken. 

Ich gebe zu, dass dieser Punkt durchaus nicht leicht ist. Aber je mehr ihr über eure neue Gewohnheit nachdenkt, desto mehr Gründe werdet ihr dafür finden, dass ihr sie heute nicht erfüllen müsst. Und morgen vielleicht auch nicht. Aber Übermorgen dann auf jeden Fall! Ich habe festgestellt, dass ich meine Gewohnheiten am ehsten beibehalte, wenn ich gar nicht erst darüber nachdenke. Ich treibe nur ungern morgens vor dem Frühstück Sport und wenn ich drüber nachdenken würde, fielen mir sicherlich hundert Gründe ein, warum ich den Sport besser auf einen anderen Zeitpunkt legen oder absagen sollte, falls ersteres nicht möglich ist. Stattdessen lege ich mir für den Morgensport abends schon meine Sportklamotten raus und bin so sofort auf Sport gepolt. Mir hilft es außerdem, meinen Sport einmal in der Woche zu planen und in den Kalender einzutragen - dann gibt es keine Frage, ob ich teilnehme oder nicht,  ich erfülle einfach (wie sonst) die Vorgaben meines Kalenders.

#3 Legt anderen gegenüber Rechenschaft ab. 

Das ist ein ziemlich alter Hut, aber ich habe für  mich herausgefunden, dass diese Vorgabe für mich persönlich funktioniert. Laut Better Than Before liegt das daran, dass ich ein Obliger bin, also nicht gut inneren Erwartungen entspreche, dafür aber umso besser äußeren. Ich brauche es, dass andere von meinem Vorhaben wissen, denn dann habe ich ein schlechtes Gewissen, wenn ich mein Versagen eingestehen muss. Ich wollte mir beispielsweise angewöhnen, abends nach dem Abendessen nichts mehr zu essen und das sogar im Urlaub durchziehen. Also habe ich Herrn Kürbis und meinen anderen Freunden vorher von diesem Plan erzählt und so dafür gesorgt, dass sie mich nicht nur daran erinnert hätten, falls ich schwach geworden wäre, sondern ich allein aus Trotz diese Gewohnheit durchgezogen habe.

#4 Belohnt euch nicht für Gewohnheiten. 

Bevor ich Better Than Before gelesen habe, habe ich mir regelmäßig Belohnungen überlegt, wenn ich Gewohnheiten etabliert hatte. Für die Gewohnheit, regelmäßig Nachhilfe zu geben, durfte ich mich beim Fitness-Studio anmelden. Weil ich auf Süßigkeiten verzichtet habe, habe ich abgenommen. Gerade bei Letzerem war jedoch das Problem, dass die Belohnung zu einem Endpunkt für mich wurde - nachdem ich mein gewünschtes Gewicht erreicht habe, ließ ich die Gewohnheit schleifen (und nahm entsprechend wieder zu). Belohnungen oder Ziele für Gewohnheiten sind nicht per se schlecht, können aber auch zur Sackgasse werden. Gewohnheiten sollten deshalb stets so etabliert werden, dass ihr sie für immer beibehalten wollt - auch wenn das im ersten Moment schwer zu glauben ist. Zum anderen sollten Belohnungen immer die Gewohnheit unterstützen: Das gesparte Geld, das man nicht für Süßigkeiten ausgibt, kann für ein neues Kochbuch genutzt werden oder in schicke Klamotten investiert werden. Sich für eine Gewohnheit
zu belohnen ist grundsätzlich nicht verkehrt - aber die Art der Belohnung sollte gut durchdacht sein, um der Gewohnheit an sich nicht zu schaden.

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