Sonntag, 14. August 2016

Selbstliebe-Sonntag: Was ist Selbstliebe?

Vermutlich hätte ich mich diesem Thema als allererstes zuwenden sollen, als ich diese neue Kategorie begonnen habe. Aber wie so oft im Leben hat sich mir das Thema erst im Nachhinein erschlossen und obwohl ich den ersten Post zum Thema Selbstliebe-Sonntag noch nicht einmal veröffentlicht habe, möchte ich an dieser Stelle ehrlich sein und meine Erkenntnisse mit euch in der chronologisch richtigen Reihenfolge teilen.
Was ist Selbstliebe? Wenn man sich zuerst mit dem Thema beschäftigt, scheint die Antwort einfach: Wenn ich mich selbst mag, dann ist das Selbstliebe. Daran will ich auch gar nicht zweifeln. Aber zur Selbstliebe gehört noch mehr dazu. Nur weil ich mich selbst mag, heißt das nämlich noch lange nicht, dass ich mir gegenüber das zeige.

Einen Anstoß zu diesen Gedanken habe ich bekommen, als ich mit einem Freund diskutierte, warum er denn jeden Tag in die Mensa geht, obwohl es ihm dort nicht immer schmeckt. Er erzählte mir, dass er für sich selbst nicht die Mühe machen würde zu kochen, sondern nur wenn er für andere koche. Das konnte ich nicht nachvollziehen. Natürlich ist es schöner, wenn ich für andere koche und dann vielleicht das ein oder andere Kompliment einheimse. Aber ich koche auch täglich für mich selbst, einfach weil ich gern esse und weil es mir wichtig ist, mit gutem Essen versorgt zu sein.
Dieser Stein wurde bei einer Meditation weiter ins Rollen gebracht. Die Meditationslehrerin erklärte, dass sie sich bei jedem Gedanken über sich selbst frage, ob sie das so auch einem Freund sagen würde. War das nicht der Fall, würde sie sich selbst den Gedanken verbieten.

Seitdem frage ich mich, warum wir uns selbst immer so anders behandeln als die Menschen in unserem Leben. Natürlich müssen wir das bis zu einem gewissen Grad tun, weil nur wir die Möglichkeit haben, unser eigenes Handeln zu beeinflussen. Aber wir nehmen uns selbst oft als Selbstverständlichkeit. Ich rate Freunden zum Beispiel immer, gelassen an die Uni zu gehen, weil das ja schon alles klappt. Bei mir selbst mache ich Panik, sobald ich in meinem Zeitplan hinterher hinke. Ich freue mich unbändig, wenn Leute "zu viel" von meinem Essen essen, weil es ihnen so gut schmeckt - tue ich das selbst
, endet das mit Selbstzweifeln und Ärger über mich selbst.
Diese Überlegungen schwirrten einige Zeit in meinem Kopf herum, bis ich mich endlich entschied: Ich würde von jetzt an versuchen, mich selbst wie meinen besten Freunden gegenüber zu verhalten. Das heißt nicht, dass nicht ab und zu Kritik zulässig ist. Aber es kommt auf die Art und Weise der Kritik an und vor allem auf die Konsequenzen, die ich daraus ziehe. Für mich bedeutet Selbstliebe, nicht nur meine Figur zu mögen oder auf meine Gesundheit zu achten. Selbstliebe heißt, dass ich mich selbst gut behandle.
Es gibt einige Beispiele, wie ich seitdem Selbstliebe mir gegenüber praktiziere:
  • Ich setze mich für eine halbe Stunde in die Sonne, genieße die Wärme auf meiner Haut und lese ein gutes Buch.
  • Ich nehme mir Zeit für eine kleine Yoga-Einheit, die meinen Geist beruhigt und meinen Körper entspannt.
  • Ich mache mir selbst kleine Geschenke, etwa Blumen vom Markt, ein Eis an einem heißen Sommertag oder eine Postkarte mit einem schönen Motiv.
  • Ich lasse mir Zeit für die Dinge, die ich gern mache - etwa Kochen oder Einkaufen.
  • Ich benutze ein besonders lecker duftendes Duschgel.
  • Ich schreibe jeden Tag drei Dinge auf, die mich glücklich gemacht haben.
  • Ich gönne mir ein neues Hörbuch für die Besuche im Fitness-Studio.
  • Ich lackiere meine Nägel in bunten Farben, damit mein Alltag nicht so grau ist.

Kommentare:

  1. Ich versuche inzwischen auch, vernünftig mit mir umzugehen: Jeden Tag was leckeres zu essen und Sport, Pausenzeiten und eine entspannte Einstellung zum Leben.
    Aber das war leider auch nicht immer so... und von daher bin ich froh, es geschafft zu haben, mich da zu verbessern. Also wünsche ich dir viel Erfolg auf dem Weg zu mehr Selbstliebe :)

    Liebe Grüße

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    1. Ich versuche, das alles als einen Prozess anzusehen, den man ganz langsam angeht. Wobei es da eben auch kein richtig oder falsch oder ein endgültiges Ziel gibt. Insofern danke ich dir für deine lieben Worte und wünsche dir viel Erfolg!

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