Mittwoch, 14. September 2016

Bücherwurm: The Happiness Project

Nachdem ich "Better than Before" verschlungen habe, musste ich natürlich auch das Buch lesen, das Gretchen Rubin überhaupt bekannt gemacht hat: The Happiness Project*. Schon der Untertitel ("Wie ich ein Jahr damit verbrachte, mich um meine Freunde zu kümmern, den Kleiderschrank auszumisten, Philosophen zu lesen und überhaupt mehr Freude am Leben zu haben")
lässt erahnen, dass dieses Buch kein plumper Selbsthilfe-Ratgeber ist, sondern Gretchen Rubins Geschichte, gespickt mit lustigen Anekdoten und wissenschaftlichen Erkenntnissen ist.

Warum Glück suchen?

Am Anfang des Buchs scheint Gretchen Rubin ein glückliches Leben zu leben: Sie ist verheiratet, hat zwei Kinder und arbeitet in ihrem Traumjob als freie Autorin. Doch unter der Oberfläche merkt sie immer wieder, dass ihrem Glück etwas im Wege steht: Sie ist nicht mit sich selbst zufrieden, streitet sich mit ihrem Mann und ihren Kindern, fühlt sich oft genervt und überfordert. Als Konsequenz plant Rubin ein Projekt: Ein Jahr lang will sie sich jeden Monat einem Bereich ihres Lebens widmen, in dem sie sich unzufrieden führt. Jedem Bereich ordnet sie verschiedene Vorsätze zu, die sie in diesem Monat einhalten will. Im Dezember will Rubin schließlich alle Vorsätze des Jahres einhalten und ein Fazit ziehen.


Das Projekt

Innerhalb des Projekts sucht sich Rubin verschiedene Bereiche ihres Lebens aus, in denen sie sich verbessern will. Dazu gehört beispielsweise mehr Ordnung in ihrem Leben zu schaffen, positiver mit ihrer Familie zu kommunizieren, Erwartungshaltungen aufzugeben, Sport zu treiben, sich gesund zu ernähren, Meditation zu betreiben oder Freundschaften zu pflegen. Im Buch berichtet Rubin Monat für Monat, warum sie sich die jeweiligen Themen ausgesucht hat, mit welchen Strategien sie ihre Vorsätze verfolgt hat und wie sie diese in der Realität umgesetzt hat.
Anders als in vielen Ratgebern versucht Rubin dabei nicht, ihr Leben als Vorbild darzustellen oder eine Lösung für alle zu finden. Stattdessen berichtet sie über ihr Leben und stellt ihre Erkenntnisse vor, die man auf sein eigenes Leben anwenden kann. Durch die große Bandbreite an Themen findet außerdem jeder Leser mindestens einen Lebensbereich, in dem er sich mit Rubin identifizieren kann.

Bringt das Happiness-Project mehr Glück?

Gretchen Rubin reflektiert nicht nur am Ende, sondern immer wieder im Laufe des Buchs, warum sie das Projekt überhaupt begonnen hat und wie es ihr weiterhilft. Dabei kommt sie schließlich zu einer erstaunlichen Erkentnis: Sie wird im Laufe des Jahres glücklicher, aber nicht etwa, weil sie ein "besserer Mensch" wird. Vielmehr hilft ihr das Jahr in vielen Bereichen zu mehr Selbsterkenntnis und dem Wissen dazu, was sie wirklich glücklich macht. Nicht die beispielhaften Vorsätze bringen mehr Glück, sondern die Reflexion über das eigene Leben und Empfinden. Das heißt nicht, dass ein solches Projekt unverzichtbar ist - erst die Erfüllung von Vorsätzen bringt oft überhaupt die Erkenntnis.
Diese Tatsache konnte ich dank der prozesshaften Darstellung innerhalb des Buchs sehr gut nachvollziehen. Für mich ist "The Happiness Project" keine Anleitung zum Glücklichwerden, sondern vielmehr eine Geschichte von der Suche nach Glück, jedoch so geschrieben, dass man gleichzeitig Impulse zum Nachdenken bekommt. In welchen Bereichen meines Lebens möchte ich mich verbessern? Wo sind potentielle Quellen für Frustration und Unglücklichsein? Wer eine konkrete Anleitung und Hilfestellungen erwartet, wird mit diesem Buch vermutlich nicht zufrieden sein. Wer Anreize zum Nachdenken oder gar für ein eigenes Happiness-Project sucht, hingegen umso mehr.

The Happiness Project von Gretchin Rubin ist auf Deutsch als Das Happiness-Projekt* im Fischer Taschenbuch-Verlag erschienen und für 9,99€ erhältlich.

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