Sonntag, 4. September 2016

Selbstliebe-Sonntag: Mein Kaffee-Ritual

Ich habe ja letzte Woche darüber geschrieben, dass ich gern anfangen würde, mich selbst wie eine gute Freundin zu behandeln. Dazu gehört (für mich), dass man sich auch mal verwöhnt und etwas Gutes tut. Ein Beispiel dafür ist für mich mein Kaffee-Ritual.

Ich habe den Geruch von Kaffee schon immer geliebt. Gemessen daran, wie eng Geschmacks- und Geruchssinn miteinander zusammenhängen war das wohl schon als Kind ein guter Indikator dafür, wie gern ich später Kaffee trinken würde. Heute bezeichne ich mich guten Gewissens als Kaffeesnob. Ich trinke zwar auch schwarzen Kaffee mit Zucker (wenn es keine laktosefreie Milch gibt) oder Kaffee aus Padmaschinen, aber das nur in absoluten Notfällen. Ansonsten bin ich mittlerweile so gut ausgestattet, wie man das ohne Kaffeevollautomat (der kommt in ein paar Jahren, darauf könnt ihr euch verlassen) sein kann: Elektrische Kaffeemühle, gute Kaffeebohnen, Milchaufschäumer, gefiltertes Wasser, Filtermaschine, Kaffeesirups.

Normalerweise trinke ich zwei Tassen Kaffee am Tag und betreibe dafür nicht wirklich großen Aufwand. Wenn ich mich aber so richtig verwöhnen will, nehme ich mir für meinen Kaffee wirklich Zeit: Ich höre bewusst zu, wie die Kaffeebohnen in der Mühle gemahlen werden und rieche ihren Duft. Ich lausche den schlürfenden Geräuschen, während der Kaffee durchläuft. Ich nehme eins von meinen hohen Latte-Macchiato-Gläsern aus dem Kühlschrank. Ich wärme Milch auf. Ich schäume die warme Milch auf und beobachte, wie sie immer höher steigt. Wenn ich den Milchaufschäumer ausschalte, höre ich, wie die Luftblasen zischend zerplatzen. Ich höre dem leisen Knistern zu, wenn ich die Milch mit dem Kaffee aufgieße. Ich spüre die weiche Textur des Milchschaums an meinen Lippen. Ich schmecke zuerst die süße Milch, dann den bitteren, nussigen Kaffee.

Für mich ist das ein absolutes Wohlfühlritual. Ich weiß dann wirklich, dass ich mich jetzt gerade mit diesem Kaffee verwöhne und entspannen kann. Zum Glück ist es etwas halbwegs Gesundes - viele berichten von ähnlichen Gefühlen, wenn sie eine Zigarette rauchen, Süßigkeiten essen oder Alkohol trinken. Kaffee ist, in Maßen genossen, nicht ungesund und ich mische häufig den frisch gemahlenen mit entkoffeiniertem Kaffee, um meinen Koffein-Konsum in Grenzen zu halten. Vielleicht könnt ihr euch ein ähnliches Ritual schaffen. Wer keinen Kaffee mag, kann auch seinen Lieblingstee aufbrühen, ein besonderes Rezept ausprobieren, sich ein Bad einlassen oder ein ganz besonderes Buch lesen. Wichtig ist nur das Gefühl, das ihr dabei habt: Ich tue das jetzt für mich. Es ist Zeit, mir etwas Gutes zu tun. Jetzt kann ich für einen Augenblick ganz in mich hineinlauschen und mich nur um mich selbst kümmern.

Kommentare:

  1. Hach, irgendwie kenne ich das. Ich war mal ein regelrechter Kaffeejunkie - 4 Tassen am Tag Minimus. Davon bin ich aber seit Sommer 2015 weg und trinke gar nichts mehr.
    Aber früher gab es auch immer so Kaffee-Momente: Mama sitzt mit am Tisch, Kuchen ist frisch gebacken, die Milch ist vom Bio-Bauern aus dem Nachbarort. Nur erwärmen und aufschäumen von Milch, mahlen der Bohnen und so lassen wir weg - kalte Milch und Filterkaffee waren schon genug Wohlfühl-Moment, solange die Gesellschaft stimmt.
    Heute habe ich das manchmal noch mit Tee - da genieße ich die heiße Tasse total, wenn meine Hände vorher kalt waren.

    Dass aber etwas wie Zigaretten und Alkohol auch dieses Wohlfühl-Gefühl erzeugen kann, kann ich mir gar nicht vorstellen. Dafür ekelt mich allein der Geruch von Zigaretten schon zu sehr oder der Geschmack des Bieres ;)

    Liebe Grüße

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    1. Oh, vom Kaffee weg würde ich gar nicht mehr kommen. Das liegt aber auch daran, dass ich einfach den Geschmack so sehr mag. Für ich ist das mittlerweile Lebensgefühl.
      So eine gute Milch würde ich übrigens auch gern trinken, schade dass das mit der Laktose-Intoleranz nicht mehr geht.

      Zu Zigaretten möchte ich nichts sagen, die finde ich nicht zuletzt gesundheitlich einfach viel zu schrecklich. Wenn ich Alkohol trinke (übrigens auch nie Bier, aber es gibt ja auch noch andere Formen), dann fühlt sich das für mich anders an. Aber ich trinke Alkohol auch immer in Gesellschaft.

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