Mittwoch, 21. September 2016

Yoga ist mehr als nur Sport

Seit einigen Wochen mache ich regelmäßig Yoga. Regelmäßig heißt, dass ich jeden Tag ein kleines Yoga-Workout einbringe. Das ist meist nicht viel, da ich selten mehr als 10-20 Minuten Zeit finde, aber für mich sind diese zehn Minuten oft ein Highlight des Tages.
Ich selbst habe schon mit 13 Jahren zum ersten Mal Yoga gemacht und habe mit jedem weiteren Workout ein tieferes Verständnis für diese Philosophie bekommen. Der ein oder andere von euch kennt Yoga aber vielleicht noch nicht und für diejenigen möchte ich einmal auflisten, inwiefern Yoga mehr als nur Sport ist.

Einige von euch werden bei der Überschrift vielleicht gelacht haben, denn für viele ist Yoga kein Sport, sondern nur ein nettes Dehnprogramm. Denjenigen möchte ich ein paar Stunden Ashtanga- oder Vinyasa-Yoga ans Herz legen! In beiden Stilen geht es zum einen auch um kraftbasierte Übungen (was habe ich da schon für Muskelkater bekommen...), zum anderen werden oft Flows mehrmals hintereinander wiederholt, sodass auch der Puls hoch geht. Dann gibt es aber wiederum auch Yoga-Stile wie Hatha, die mehr Fokus auf Meditation und Ruhe legen. Für mich ist Yoga allein deshalb so speziell, weil es mir für jede Stimmung passende Übungen liefert (und die meisten Übungen entsprechende Abwandlungen haben): Ruhige Haltungen, um den Kopf frei zu bekommen, Dehnübungen, wenn ich verspannt bin oder Muskelkater habe, Balance-Übungen, um ein bisschen mit meinen Fähigkeiten zu experimentieren und anspruchsvolle Kraftübungen, wenn ich mich auspowern will.

Was Yoga für mich außerdem ganz besonders macht, ist die Kombination von Atem und Bewegung. Dazu sollte ich vielleicht erwähnen, dass Sport für mich immer eine Auszeit vom Tag ist, wo ich meinen Alltag vergessen kann, weil und indem ich mich nur auf die Übungen konzentriere. Beim Yoga ist das noch einmal verstärkt, weil ich mich zusätzlich zur richtigen Ausführung der Übungen auch noch auf die richtig Atemtechnik konzentriere. Für mich schafft das oft eine ganz besondere Ruhe, wenn ich Yoga mache. Die Kombination von Atem und Bewegung schafft auch ein ganz besonderes Körperbewusstsein, denn gerade in Flows ist man dazu angehalten, die Bewegungen ebenso fließend und langsam wie die Atmung zu gestalten. Das ermöglicht einem aber auch, schon während den Übungen ganz genau in sich hineinzuhorchen und den Status quo des Körpers in Verbindung mit dem Geist  zu überprüfen.

Auch wenn Yoga-Übungen für mich schon meditativ sind, ist die abschließende Meditation für mich meist am wichtigsten. Ich tue mich sehr schwer damit, regelmäßig Entspannungsübungen und Meditation in meinen Tag einzubauen, weil ich oft denke, ich müsste etwas anderes tun. Nach der Anstrengung des Yogas kann ich mir jedoch kurzzeitig eine Pause erlauben. Mit manchen Philosophien des Yogas tue ich mich ein bisschen schwer (z.B. fließende Energie usw.), aber auch hier wird einem ermöglicht (wenn nicht gar von einem erwartet), dass man seinen eigenen Weg geht. Ich sehe die Meditationen oft als Denkanstöße oder Möglichkeiten, etwas zu verarbeiten.

In einer idealen Welt würde ich vermutlich täglich 30-60 Minuten trainieren und das am besten unter Anleitung eines erfahrereneren Yogis. In der Realität habe ich dazu weder Zeit oder Lust, noch Geld. Aber ich kann mir meine eigene Yoga-Erfahrung basteln. Durch meine lange Erfahrung und die Yoga-Kurse, die ich absolviert habe, bin ich technisch relativ versiert, sodass ich auch allein üben kann (oft mit Youtube-Videos zur Inspiration). Für mich haben sich 10-20 Minuten täglich als ideale Zeitspanne herausgestellt, die ich am Tag erübrigen und wozu ich mich motiveren kann. Der Vorteil beim Yoga ist, dass ich danach selten komplett verschwitzt bin. Dafür dankt mir mein Körper umso mehr für die Lockerung der Muskeln (ich verbringe ja doch einen ziemlich großen Teil des Tages sitzend) und mein Kopf für die Denkpause. Meine Yoga-Pause ist mir zu einer sehr lieben Angewohnheit geworden und ich kann jedem empfehlen, das ganze auch mal auszuprobieren. Denn egal, ob ihr Kräftigung, Dehnung oder Meditation sucht - Yoga kann all das problemlos bieten.

Bildquellen:  yogamama.co.uk (CC BY-NC-SA), waffelbaer (CC BY),Alliance Russe (CC BY) via Visualhunt.com

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