Mittwoch, 12. Oktober 2016

Florenz {Rückblick KW 39}

Eine Freundin von mir findet Florenz seit Jahren toll, war jedoch noch nie dort. Im Winter des letzten Jahres schmiedeten wir deshalb einen Plan: Wir würden nach Florenz fahren! Entgegen den Luftschlössern, die man sonst ja mal gern baut, haben wir diesen Plan auch tatsächlich umgesetzt. Übernachtet haben wir in einer AirBnB-Wohnung. Diese kann ich nur empfehlen: Sauber, gut ausgestattet und mitten im Zentrum der Stadt, sodass wir immer schnell zu Fuß gehen konnten.

Bevor wir uns ins Flugzeug gesetzt haben, hatte ich tatsächlich noch keine Ahnung von Florenz. Aber ich habe mich in die Stadt verliebt. Ich mag Städte, in denen man überall zu Fuß laufen kann und dabei immer neue Seitenstraßen und Plätze entdeckt. Wir haben für jede Tour dadurch mindestens doppelt so lang gebraucht, aber es hat sich gelohnt!
Ich könnte diesen Rückblick vermutlich ungefähr dreimal so lang halten, weil ich auf der Reise ca. 900 Fotos in viereinhalb Tagen geschossen habe. Aber ich will euch nicht langweilen, deshalb kommen hier nur die Highlights.
Das herausragende Merkmal von Florenz ist der Duomo. Interessanterweise gibt es tatsächlich kein Haus, das höher ist, sodass man sogar vom Flugzeug aus den Dom als erstes erkennt. Das Äußere des Doms ist unglaublich prachtvoll in verschiedenen Marmorsorten gestaltet.


Da der Dom das Wahrzeichen von Florenz ist, ist er auch immer entsprechend bevölkert. Für Fotos lohnt es sich deshalb, auch mal am frühen Morgen oder abends am Domplatz halt zu machen.
Interessanterweise ist das Innere des Doms weitestgehend schlicht, jedenfalls wenn man ähnliches wie die äußere Fassade erwartet. Den Dom kann man kostenlos besuchen. Manchmal gibt es längere Schlangen am Eingang, aber die lösen sich vergleichsweise schnell auf. Für 15€ bekommt man außerdem Eintritt zu Santa Reparo (die Reste der Kirche, die früher an Stelle des Doms stand), dem Campanile, der Kuppel, dem Baptisterio und dem Dommuseum.
Für mich war vor allem der Aufstieg auf den Campanile interessant. An so einem schönen Tag konnte man ganz Florenz und viele toskanische Hügel sehen.
Das zweite große Wahrzeichen von Florenz ist die Ponte Vecchio. Hier kann ich nur einen Besuch in der Abenddämmerung bzw. bei Nacht empfehlen.
Rudern scheint in Florenz ein Volkssport zu sein, jedenfalls waren unglaublich viele Boote auf dem Arno unterwegs.
Allein der Ausblick von Ponte Vecchio ist unglaublich kitschig. Dazu kam bei uns dann noch ein Gitarrenspieler mit italienischen Schnulzen... Ich hätte wirklich heulen können.
Ein weiteres großes Thema in Florenz sind die Medici. Ihr Siegel mit den fünf Kugeln findet sich überall in der Stadt wieder.
Wir haben auch das "bescheidene Heim" der Medici, den Palazzo Medici Ricardo besichtigt. Die Räume sind unglaublich prunkvoll, allerdings störte mich, dass man kaum Informationen bekam. In einem deutschen Museum stehen ja überall Informationstafeln. Hier gab es die nur spärlich, man hätte wohl einen zusätzlichen Guide kaufen müssen.
Diese prunkvolle Decke befindet sich in San Lorenzo, der Hauskirche der Medici. Wir haben zusammen unzählige Kirchen besichtigt, damit will ich euch jetzt nicht langweilen. Für Interessierte: Die schönsten Kirchen meiner Meinung nach sind die Badia Fiorentina, Orsanmichele und San Miniato al Monte.
Es lohnt sich übrigens immer, einen Blick nach oben zu werfen - die Decken sind in nahezu allen Gebäuden unglaublich schön!
Michelangelo und insbesondere seine Davids-Statue sind in Florenz auch allgegenwärtig. Einen Besuch in den Uffizien haben wir uns allerdings gespart.
Was ich auf jeden Fall empfehlen kann, ist ein Spaziergang zu der Piazza Michelangelo. Dazu muss man das Stadtzentrum verlassen und ein bisschen bergauf gehen, es ist also nicht unbedingt unanstrengend.
Dafür wird man mit diesem tollen Panorama der Stadt belohnt.
Den Rundgang kann man dann noch fortführen und zu San Miniato al Monte laufen. Hier lohnt es sich übrigens auch, den umliegenden Friedhof zu besichtigen. Die einzelnen Grabmäler und Mausoleen sind teilweise sehr schön gestaltet.
Natürlich muss ich auch beim Thema dieses Blogs bleiben und von unserem Bericht beim Mercato Centrale berichten. Das toskanische Brot wird am besten mit gutem Olivenöl betröpfelt - oder darin gebadet ;)
An den einzelnen Käseständen haben wir uns einmal durchprobiert. Lecker! Und diese riesigen Parmesan-Laibe waren beeindruckend.
Wunderschön war auch das Angebot an Obst und Gemüse. Nektarinen, Zucchini, Auberginen, Pfirsiche, Melonen und co. sehen nun mal ganz anders aus,wenn sie im Land bleiben oder exportiert werden!

Bei dieser Sammlung von Trockenfrüchten und Nüssen musste ich mich ziemlich zurückhalten.
Kommen wir schließlich zu unserer Ernährung. Wir haben tatsächlich trotz der gut ausgestatteten Küche der Wohnung relativ wenig dort gegessen. Zum Frühstück gab es meist Müsli mit Obst und Milch. Mittags dann Müsliriegel (von Herrn Kürbis gebacken!) und Eis. Die Qualität von italienischem Eis muss ich wohl kaum erklären. Das beste Preis-Geschmacksverhältnis gab es bei Amalo.
Echt italienisch gegessen haben wir auch. Käse, Pasta, Wein und Tiramisu gab es in der fabelhaften Cantinetta Allegri. Gute italienische Pizza haben wir hingegen bei der Cucina Torcicoda bekommen.


Insgesamt hat mir Florenz unglaublich gut gefallen. Auch mit einem studentischen Budget kann man dort ziemlich gut die wichtigsten Sachen angucken (und gerade die sehr schönen, oben von mir genannten Kirchen, sind kostenlos). Was mich gestört hat, ist, dass man Informationen überall nur für ein Extrageld bekommen hat oder der Eintritt oft für spezielle Bereiche noch mal extra war (z.B. die Krypta von San Lorenzo). Ich würde vermutlich allen den Frühherbst für einen Besuch in Florenz empfehlen, weil die Hauptsaison vorbei ist und das Wetter angenehm. Ich würde es auf jeden Fall immer genauso machen!

Kommentare:

  1. Das klingt, als müsse ich Florenz dringend mal auf meine Urlaubszielliste setzen :)

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  2. Hach, 13 Monate ist es erst her, dass ich selbst da war. Allerdings mit der Schule in der ekligsten Unterkunft meines Lebens bei schlechter Verpflegung, weswegen ich die ganze Reise eher weniger genossen habe.
    Beim Michelangelo war ich auch - abends ist das noch schöner als tagsüber, weil die Stadt dann beleuchtet ist und die Brücken richtig gut zur Geltung kommen.
    Die von dir genannte Brücke fand ich übrigens auch abends umwerfend - genau wie den Straßenmusiker, der vor den Uffizien saß, als wir abends da waren :)

    Ich musste allerdings die Uffizien auch von Innen sehen, aber so schlimm waren sie nicht. Und die Decken waren da auch cool. Sonstige Kultur blieb uns aber erspart, da noch einige Tagesausflüge anstanden.

    Und der Dom ist wirklich überwältigend - auch, wenn ich mir dieses Zusatzticket nicht gegönnt habe und somit nicht den Ausblick genießen konnte. Mich hat es nämlich auch genervt, dass man für alles extra zahlen sollte...

    Liebe Grüße und freut mich, dass du die Zeit so schön gefunden hast!

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