Mittwoch, 23. November 2016

Wanted: Grünkohl

Grünkohl hatte in Deutschland immer eher ein Schattendasein. Meist wird er totgekocht und mit Mettwurst oder Kassler serviert. Bei vielen hatte er deshalb einen ziemlich altmodischen Ruf. Inzwischen ist längst klar, dass Grünkohl ein ernährungstechnisches Wunderkind ist. Supermärkte nehmen wieder frischen Grünkohl ins Sortiment auf und wer heute noch keine Grünkohlchips versucht hat, braucht gar nicht erst den Mund aufzumachen. Aber ist Grünkohl wirklich ein "Superfood"?

Was ist Grünkohl?

Grünkohl gehört zu den Kreuzblütengewächsen und ist somit mit Brokkoli, Blumenkohl und Kohlrabi verwandt. Bei Grünkohl handelt es sich um eine sehr früh entwickelte Kohlsorte, damit gehört er zu den ältesten Gemüsen in Europa. Grünkohl ist ein Wintergemüse. Im professionellen Anbau wird er ab September geerntet. Im eigenen Garten sollte man bis zum ersten Frost warten, da dann die Blätter süßer sind.

Warum Grünkohl

Grünkohl hat eine extrem hohe Nährstoffdichte. Insbesondere enthält Grünkohl viel Vitamin C. Dazu kommen außerdem Vitamin A, K, E und B6, Folsäure und Mangan sowie diverse andere Mineralien. Besonders wertvoll ist Grünkohl jedoch aufgrund seiner sekundären Pflanzenstoffe. Er enthält hoch konzentrierte Antioxidantien wie Carotinoide und Flavonoide. Diese senken laut Studien das Krebsrisiko. Ebenfalls antikarzinogen wirken die Senföle, die im Grünkohl enthalten sind.
Für Gemüse enthält Grünkohl außerdem vergleichsweise viele Omega-3-Fettsäuren. Damit wirkt Grünkohl außerdem entzündungshemmend. Schließlich tragen auch die Ballaststoffe im Grünkohl zur Gesundheit bei.

Wie wird Grünkohl genutzt?

Anders als in traditionellen Rezepten sollte Grünkohl nicht allzu lang gekocht werden, da sein Nährstoffgehalt sonst rapide abnimmt. Besser ist es, Grünkohl zu dünsten oder zu braten. Grünkohl kann auch in Salaten verzehrt werden, allerdings sollte man dann Baby-Grünkohl verwenden oder die Blätter weich massieren. Gebacken oder getrocknet kann Grünkohl auch zu Chips verarbeitet werden. Grünkohl lässt sich außerdem sehr gut einfrieren und kann dann beispielsweise auch in Smoothies verwendet werden.

Übrigens 
  • Grünkohl wird auch beim Biomonitoring, also bei der Überprüfung von Luft-, Wasser- oder Bodenverschmutzung, genutzt.
  • Grünkohl ist auch als Lippische, Friesische oder Oldenburger Palme bekannt.
  • Einige Kohlsorten werden zu reinen Dekozwecken gezüchtet wie auf dem Bild zu sehen.
Bildquellen: Visual hunt (2. Bild: jacilluch / CC BY-SA)

Kommentare:

  1. Ich glaube Grünkohlchips gehören mit zu den ekligsten Dingen, die ich je in meinem Leben probiert habe. Ich bin so verfressen, dass ich eigentlich fast immer alles aufesse, auch wenn es nicht schmeckt, aber die Packung habe ich tatsächlich entsorgt. Genau das gleiche Problem, wie mit grünen Smoothies. Eine Sache, die ich gerne mögen würde, es aber absolut nicht tue :D

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    1. Ich habe tatsächlich noch nie Grünkohlchips gegessen :D
      Green Smoothies gehen, sofern ich genug Obst reinkippe. Aber meine Geschmacksnerven scheinen da auch relativ unempfindlich zu sein, Herr Kürbis meinte auch, dass er den Grünkohl viel stärker rausschmeckt als ich.

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