Sonntag, 18. Dezember 2016

Was ich durch den Fitbit über mich gelernt habe

Ich habe jetzt seit etwa drei Monaten den Fitbit Charge HR und und trage ihn regelmäßig. Für mich ist es allerdings nicht einfach nur eine erweiterte Pulsuhr. Er hilft mir auch, mich insgesamt besser zu verstehen. Falls ihr also noch ein Weihnachtsgeschenk in der höherpreisigen Kategorie sucht, kann ich den Fitbit wärmstens empfehlen!

Schlaf

Ich bin wirklich überrascht, wie exakt der Fitbit misst, wenn ich einschlafe. Meistens lese ich ja noch ein paar Minuten im Bett, bevor ich wirklich schlafe und der Fitbit erkennt trotzdem sofort, wenn ich dann versuche zu schlafen.
Außerdem schlafe ich extrem unruhig. Teils wusste ich das schon, weil mir schon viele Leute gesagt haben, dass ich mich nachts sehr viel hin und her wälze. Aber ich bin tatsächlich jede Nacht ein- bis zweimal länger wach, ohne dass ich mich am nächsten Tag daran erinnern kann. Ergo komme ich nur selten auf meine benötigten acht Stunden Schlaf, selbst wenn ich rechtzeitig ins Bett gehe. Mit siebeneinhalb Stunden reinem Schlaf scheine ich zwar auch gut durchzukommen, aber dafür muss ich nominell acht Stunden schlafen.

Schritte

Über die Genauigkeit des Fitbits kann man hier streiten. In den letzten Tagen habe ich mein Schrittziel entweder beim Spülen oder Geschenke einpacken erreicht, also keinesfalls Tätigkeiten, bei denen man viel geht. Aber insgesamt glaube ich, dass der Fitbit die Schritte schon halbwegs genau aufzeichnet. Ich bewege mich dabei täglich im Mittel bei etwa 7.500 Schritten, womit ich definitiv nicht gerechnet hätte. Aber es summiert sich eben auf: Meine Lagerhaltung im Keller, der Weg zum Fitness-Studio, die Strecken in der Uni...
Noch interessanter war für mich, dass ich an normalen Tagen fast jede Stunde auf 250 Schritte komme, ohne mich dafür anzustrengen. Natürlich gibt es Stunden, in denen ich nur am PC sitze und entsprechend kaum Schritte mache, aber insgesamt bewege ich mich doch relativ konstant (ich vermute ja, es könnte etwas damit zu tun haben, dass die Toilette sich am anderen Ende meiner Wohnung befindet und ich so viel trinke *hust*).

Sport

Der Fitbit erkennt bei mir relativ unzuverlässig von selbst, ob ich Sport mache oder nicht. Auch die zurückgelegten Strecken, wenn ich mal joggen gehe, weichen im GPS-Tracking vom Tracking des Fitbits ab.
Beim Sport gab es insgesamt für mich am wenigsten Überraschungen, weil ich ja schon vorher immer eine Pulsuhr hatte. Ich finde den Fitbit als Armband ohne Pulsgurt jedoch unendlich angenehmer. Endlich nicht mehr den Pulsgurt zurecht rücken müssen, damit die Messung beginnt! Für mich als vergesslicher Mensch ist es außerdem super, dass ich nie extra an den Fitbit denken muss, weil ich ihn immer schon am Handgelenk habe.

Kalorien

Natürlich war es für mich interessant, inwiefern ich wirklich Kalorien verbrenne. Der Fitbit bietet hierzu eine sehr genaue Zahl, da er ja den Puls kontinuierlich misst. Für mich war interessant zu sehen, dass ich an den meisten Tagen fast 200kcal mehr verbrenne, als die meisten Kalkulatoren für meine Größe, Gewicht und Aktivität als Leistungsumsatz angeben. Oft komme ich durch Sport sogar über diese Zahl drüber und verbrenne weit mehr als 2000 Kalorien.
An Restdays gibt es natürlich gleichzeitig Tage, an denen ich diese Zahl auch wieder unterschreite. Allerdings gleicht es sich am Ende der Woche aus. Egal, ob ich eine aktive oder faule Woche hatte, in den meisten Wochen bleibt die Zahl der insgesamt verbrannten Kalorien relativ gleich.
Für mich hat diese Erkenntnis dazu geführt, dass ich noch entspannter esse als sonst. Ich weiß, dass ich mit meiner normalen Ernährung an den meisten Tagen etwa äquivalent zu meinen verbrannten Kalorien esse - das erklärt übrigens auch, warum ich mich an Tagen, wo ich getrackt habe, meistens nach meinem "Leistungsumsatz" noch hungrig gefühlt habe.

Insgesamt hat mir der Fitbit gezeigt, dass mein Lebensstil deutlich aktiver ist, als ich dachte. Ich muss mich nicht wundern, dass ich vielleicht mehr Hunger habe als andere - ich bewege mich ja auch mehr. Meine einzige Baustelle ist noch immer der Schlaf, allerdings weiß ich nicht, ob ich das jemals beheben kann oder ob ich einfach eine angeborene schlechte Schläferin bin.

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