Mittwoch, 18. Januar 2017

Omnivor, omnivorer, am omni...

Liebe Vegetarier und Veganer: Ich bin mir bewusst, dass dieser Artikel bei dem ein oder anderen von euch Ärger heraufbeschwören wird. Das ist nicht das Ziel dieses Artikels und ich möchte an dieser Stelle betonen, dass ich jeden bewundere, der vegan oder vegetarisch lebt. Dieser Artikel ist eine Schilderung meiner persönlichen Situation im Moment. Reflektierte Tipps werden gern gesehen, Missionierung nicht.

Vor einigen Tagen traf mich eine Art Déja-Vu, als ich im Supermarkt die Fleischtheke betrachtete. Mein Blick fiel nämlich auf das Bio-Hackfleisch und ich erinnerte mich an eine Diskussion vor einigen Jahren, in der ich darauf bestand, Fleisch möglichst bio zu kaufen und selbst das selten.

In diesem Jahr haben sich meine Ernährungsmaxime jedoch ziemlich verändert. Ich esse jetzt deutlich mehr Fleisch und Fisch als vorher und achte nicht darauf, ob es bio ist oder nicht. Insbesondere außerhalb greife ich beim Fleisch zu - obwohl ich dann noch weniger kontrollieren kann, woher es kommt (was bin ich froh, dass das Tagungshaus, wo ich dieses Jahr regelmäßig bin, sehr auf regionale und biologische Kost achtet!). Ich mag es nämlich schon nicht, Fleisch zuzubereiten - eine Ironie in sich.

Umso lieber esse ich Fleisch, Fisch, Milch, Eier und die Produkte, die man daraus zubereiten kann. Ich bin mir auch nicht ganz sicher, inwiefern der Verzehr von tierischen Produkten wirklich schlecht für den Körper ist, sofern es in Maßen und ausgeglichen passiert. Die Frage, die sich mir stellt, ist jedoch, inwiefern ich diesen Konsum fortsetzen möchte, denn die schlechten Haltungsbedingungen für Tiere sind nicht von Hand zu weisen


. Die "einfachste" Lösung wäre wohl, wenn ich von nun an einfach nur zertifizierte Bio-Produkte kaufen würde. Aber das macht mein Geldbeutel nicht mit, ich gebe in den letzten Monaten sowieso mehr und mehr für Ernährung aus. Immerhin Eier kaufe ich konsequent bio - die laktosefreie Milch gibt es nicht in Bio-Qualität und ausgerechnet beim Fleisch streitet sich immer mein Gewissen mit meinem Geiz. Auch Ersatzprodukte sind für mich zum großen Teil tabu - viele davon sind mit derart vielen Geschmacksverstärkern, Zusatz- und Konservierungsstoffen versetzt, dass ich sie a) nicht vertragen würde und b) auch gar nicht meinem Körper zufahren will.

Natürlich gibt es auch genug Tage, an denen ich zumindest vegetarisch lebe. Ich habe kein Problem damit, auch mal rote Linsen, Kidneybohnen, Kichererbsen oder Tofu als Eiweißquelle in meinen Mahlzeiten zu benutzen. Wenn ich es vegan versuchen würde, wäre das ganze schon deutlich schwieriger: Mandelmilch und Hafermilch mag ich zwar im Kaffee, die sind aber völlig überteuert und die Herstellung mit dem Nussmilchbeutel aufwendig. Eine ordentliche Joghurt-Alternative habe ich noch nicht gefunden, zumal ich meinen Sojakonsum nicht hochfahren will. Käse, außerhalb von Käsesaucen, ist ja leider oft pure Chemie. Ungelöst: Meine Liebe zu Eiern in jeder Form.
Produkthinweise nehme ich gern entgegen, falls ihr da Geheimtipps habt.

So, aus dem Gedankensalat ein rundes Ende zu finden, klappt nicht ganz. Eine wirkliche Lösung für das Problem kann ich jedenfalls noch nicht finden. Als Lösungsansätze werde ich mal suchen, wo meine Einkäufe in letzter Zeit immer teurer werden. Außerdem werde ich versuchen, mehr auf vegetarische Gerichte zu achten - wenn möglich sogar vegan.

1 Kommentar:

  1. Wirklich ungesund ist der Konsum von tierischen Produkten ja nicht! Gerade in Maßen ist es gesund. Einzig dann wird es ungesund, wenn mit dem Konsum die angemessene Menge Fett, insbesondere gesättigte Fettsäuren nicht überschreitet, steht dem aus gesundheitlicher Sicht doch absolut nichts im Weg!
    Natürlich fänden die meisten von uns Veganern es toll, wenn alle vegan wären, aber dafür anderen vor zu gaukeln deren Essweise wäre ungesund oder schädlich, finde ich kompletten Blödsinn! Solange neben den tierischen Produkten ausreichend pflanzliche Produkte zu finden sind, ist es gesund. Die positiven Studienergebnisse von vegan/ vegetarischer Ernährung rühren ja daher, dass die Personen vorher meist zu wenig Obst/ Gemüse/ Ballaststoffe zu sich genommen haben und zu viel (gesättigtes) Fett (und auch Zucker).

    Grüße,

    Teresa

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