Sonntag, 22. Januar 2017

Things I'm afraid to tell you

Unter diesem Titel habe ich in den letzten Tagen einige interessante Blogposts gelesen, bei denen ich überrascht war, wie offen und ehrlich die Blogger zu ihren Lesern waren. Irgendwie hat mich das Thema nicht losgelassen und so möchte ich zwei Themen ansprechen, die mir schon länger auf dem Herzen liegen.

Zum einen wäre da der Datenschutz bzw. meine Identität. Ihr wisst ja, dass ich auf Lehramt studiere und jetzt schon Nachhilfe gebe. Natürlich surfen diese Schüler auch im Internet und ich bin mir relativ sicher, dass ich auch schon von Schülern gegooglet werde. Dieser Blog hier ist zum einen Teil meiner Freizeit, die meine Schüler im Gesamten nichts angeht. Zum anderen öffne ich mich hier teilweise so sehr, dass ich einfach nicht möchte, dass ich mit diesen Themen im normalen Leben direkt konfrontiert werde. Das ist der Grund dafür, dass es hier nie Fotos von meinem Gesicht zu sehen gibt und ich meine privaten Accounts nicht mit dem Blog verknüpfe. Viele Menschen in meinem Leben wissen nicht, dass es diesen Blog überhaupt gibt, genauso wie ich nicht von wildfremden Menschen auf die Themen auf dem Blog angesprochen werden möchte (nicht, dass diese Gefahr auch nur realistisch bestünde, aber ich bin gern übervorsichtig). 

Das andere Thema ist für mich viel tiefgreifender und diese Veröffentlichung ist ein Grund, warum ich den vorherigen Absatz in diesen Post integriert habe. Um es kurz zu halten: Ich habe Depressionen. Zwar habe ich mit dem Verlauf dieser Krankheit relatives "Glück" gehabt und es gab noch nie Tage, an denen ich es nicht aus dem Bett geschafft oder über selbstverletzendes Verhalten nachgedacht habe. Aber die negativen Gedanken holen mich immer wieder ein und werden zu solch reißenden Strudeln, dass ich mich kaum daraus befreien kann. Das ist einer der Gründe, warum ich mich in den letzten Monaten so viel mit Selbstliebe, Stressvermeidung und Positivität beschäftigt habe.
Ich weiß nicht, ob ich diese Erkrankung (und es nichts anderes als ein mentales gebrochenes Bein o.ä., es ist keine Verrücktheit!) jemals besiegen werde und wie mir das gelingt. Ich nehme seit einiger Zeit Antidepressiva und bin seit Ende des letzten Jahres auch in einer Gesprächstherapie.
Ich habe lange überlegt, ob ich dieses wirklich intime Detail über mein Leben mit euch teilen will. Aber es gibt viel zu wenig Menschen, die zu dieser Erkrankung stehen und damit auch viele Vorurteile, Stereotypen und haltlose Vermutungen. Wenn ihr Fragen habt, beantworte ich die euch gern, vielleicht allerdings nicht öffentlich auf dem Blog, sondern per Mail.

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