Mittwoch, 1. März 2017

Bücherwurm: Licht auf Yoga

 Obwohl ich Lexas Kritik am Studieren völlig nachempfinden kann, hat mich das Studium doch eins gelehrt: Um sich in der Praxis zu verbessern, ist es oft hilfreich, wenn nicht gar essentiell, wenn man die Theorie dahinter versteht. Nachdem ich jetzt seit einigen Monaten regelmäßig Yoga mache, dachte ich mir also, dass es sinnvoll wäre, mal ein Buch über Yoga zu lesen. Wichtig war mir dabei allerdings, dass es nicht um Yoga als Sport und effektive Entspannungstechnik ging, sondern um die Philosophie dahinter. So kam ich auf B.S. Iyengars "Licht auf Yoga", das mit "Das grundlegende Lehrbuch des Hatha-Yoga" untertitelt ist.

Lehrbuch statt Leer-Buch

Zunächst einmal hat mich dieses Buch schon von seinen Ausmaßen her überrascht: 464 Seiten Yoga-Wissen! Dazu muss man aber sagen, dass das Buch wirklich keine leichte Kost ist, dafür aber einen umso tieferen Einblick in die Yoga-Philosophie ermöglicht! Iyengar zitiert aus Original-Schriften (leider ohne wissenschaftliche Quellenangaben). In der Einführung "Was ist Yoga?" lernt man die acht Stufen des Yoga kennen und erfährt beispielsweise, warum die Asanas (Übungen) nur eine dieser acht Stufen darstellen. Sie können zwar zum erreichen der weiteren Stufen genutzt werden, bilden jedoch nur das Fundament.


Von der Theorie zur Praxis

Über 350 Seiten des Buchs sind den einzelnen Übungen gewidmet. Darin erklärt Iyengar einige Basisübungen (der Stand, das Liegen in Shavasana, Fersen- und Lotsussitz), aber auch viele weitere Übungen in weiter fortschreitender Schwierigkeit (Standübungen, Sitzübungen, Vorbeugen, Rückbeugen, Drehungen). Zu jeder Übung gehört ein Foto und eine detaillierte Anleitung. Diese beschreibt nicht nur, wie man in die Übungen kommt (bei einigen durchaus nicht sofort zu erkennen), sondern auch worauf man achten muss. Zusätzlich werden Übersetzung, Hintergrund und Wirkung jeder Übung erläutert.
Ebenfalls ausführlich werden die Pranayamas, die Atemtechniken erklärt. Auch hier finden sich ausführlich Erklärungen, allerdings finde ich diese nicht so hilfreich. Bei den Atemübungen soll man sich ja komplett auf seinen Atem
konzentrieren und nicht ständig im Buch nachblättern.
Zum Schluss werden zwei Kurssysteme eingeführt. Interessierte können einen 180-wöchigen Kurs machen, der noch einmal in drei Teilkurse unterteilt ist. Außerdem wird genannt, welche Übung gegen welche Beschwerde hilft.

Yoga üben mit Buch?

Ich würde keinesfalls jemandem empfehlen, Yoga nur mithilfe dieses Buchs zu lernen. Das geht meiner Meinung nach nicht und diesen Anspruch hat das Buch auch nicht. Wer jedoch bereits die ersten Schritte in die Yoga-Welt gemacht hat, kann dieses Buch zum Üben für sich nutzen, Übungen nachlesen und neue Positionen erlernen. Auch wenn das Buch auf den ersten Blick nicht sehr spannend ist, kann es doch zu einem wertvollen Nachschlagewerk werden.

Licht auf Yoga von B.K.S. Iyengar ist 2013 im Nikol-Verlag erschienen. 

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