Sonntag, 26. März 2017

Selbstliebe-Sonntag: Körpergefühl wahrnehmen

Es gibt unendlich viele Aspekte, unter denen man sein Körpergefühl wahrnehmen sollte. Dazu gehören zum Beispiel Entscheidungen, bei denen wir auf unser Bauchgefühl hören sollten oder wie Stress unseren Körper beeinflusst. Doch mir geht es gerade um das Körpergefühl beim Sport, denn dazu habe ich den letzten Monaten ziemlich viel gelernt.

Wie so oft muss ich mit einem kleinen Rückblick auf die Vergangenheit einbauen. In den Jahren, wo ich panisch Angst davor hatte zuzunehmen, hat mich praktisch nichts vom Sport abgehalten. Ich habe immer trainiert, außer wenn ich wirklich todkrank im Bett lag - und das auch nur mit schlechtem Gewissen. Ich bin früher aufgestanden, habe mit (Muskel-) Kater trainiert und teilweise nur einen Restday in der Woche gemacht. Das Ergebnis? Ich hatte unzählige schlechte Workouts. Trainings, bei denen ich mich nur mit bloßem Willen durchgekämpft habe und an deren Ende ich völlig erschöpft war, waren nicht selten. Noch schlimmer war jedoch, dass das alles eigentlich völlig sinnlos war. Eine wirkliche Verbesserung beim Sport (insbesondere beim Krafttraining) habe ich nämlich erst bemerkt, als ich angefangen habe, auf meine Regeneration zu achten.

Mein größtes Problem war jedoch, dass ich lange gebraucht habe, um zu verstehen, dass Sport keine Bestrafung für meinen Körper ist und erst recht nicht die Wiedergutmachung für falsche Ernährung. Sport ist vielmehr etwas, was mir Spaß macht. Ich ziehe total viel positive Energie daraus, wenn ich beim Zumba oder Sh'bam so richtig abtanzen kann. Ich bin stolz auf mich selbst, wenn ich beim Krafttraining mal wieder die Gewichte erhöhen kann. Ich liebe das Gefühl der totalen Erschöpfung, wenn alle Muskeln brennen und gleichzeitig die Endorphine in meinen Adern tanzen.
Aber diese positiven Effekte von Sport bekommt man nur, wenn der Körper entsprechend leistungsfähig ist. Normalerweise freue ich mich mittlerweile immer auf den Sport. Wenn das mal nicht so ist, liegt das meistens daran, dass mein Körper mir dadurch seine Erschöpfung mitteilen will. Ich habe jedenfalls selten gute Workouts, wenn ich mich dazu zwingen muss.

Wie unterscheidet man aber jetzt den Inneren Schweinehund von körperlicher Erschöpfung? Für mich gibt es relativ einfache Anzeichen:
  • Müdigkeit. Von sehr intensivem Krafttraining oder in generell stressigen Zeiten werde ich unwahrscheinlich müde und selbst meine normalen Schlafenszeiten reichen nicht. Für mich ist das immer ein Zeichen, das mein Körper eine Pause braucht und ich ihn nicht noch zusätzlich mit Sport belasten sollte.
  • Lang anhaltender Muskelkater. Eine Erschöpfung des Körpers kann sich auch dadurch zeigen, dass man sich nach einem Training nicht regeneriert und die Muskeln noch lange schmerzen.
  • Krankheit. Ich glaube zwar immer noch an die Hals-Regel, aber für mich hat es sich herausgestellt, dass es mir einfach nicht gut tut, wenn ich krank trainiere. 
  • Schwere Glieder. Erschöpfung kann sich nicht nur dadurch abzeichnen, dass man vom Kopf her müde ist, sondern sich einfach nicht bewegen mag. Wenn schon der Gang in den Keller Überwindung kostet, ist Sport definitiv keine gute Alternative!
Wenn ich diese Symptome der Erschöpfung feststelle, lasse ich den Besuch im Fitness-Studio meistens aus. Wenn ich jedoch trotzdem Lust habe, mich ein bisschen zu bewegen, mache ich gern einfache Yogaklassen, in denen es einfach um Dehnung und Erholung geht. Meine müden Muskeln freuen sich oft über die Dehnung und das Shavasana tut mir bei Stress ebenfalls sehr gut.

Achtet ihr auf die Zeichen, die euer Körper euch gibt? Hat sich diese Wahrnehmung in den letzten Jahren verändert?

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