Mittwoch, 8. März 2017

Warum Bauchtraining sinnlos ist

Der Bauchkurs gehört zu den beliebtesten Trainingskursen bei mir im Fitness-Studio. Mir persönlich wäre es aber lieber, wenn die Trainer diesen Kurs gar nicht erst anbieten würden. Ich glaube nämlich, dass Bauchtraining wirklich nur den wenigsten Leuten hilft. Wenn ich mir die gängigen Aussagen zum Bauchtraining mal ansehe, ist die Antwort darauf jedenfalls in den seltensten Fällen, dass die Leute isoliertes Bauchtraining machen sollten.

Ich mache Bauchtraining gegen meine Rückenschmerzen

 

Ja, es stimmt. Bei den meisten von uns wird die Rumpfmuskulatur sehr selten gebraucht und ist dementsprechend schwach. Dadurch lassen wir uns in den Sehnen und Bändern hängen und trainieren uns eine ungesunde Haltung an, aus der Rückenschmerzen entstehen können. Ihr ahnt sicherlich schon, warum ich vorhin "Rumpfmuskulatur" schrieb. Denn um die Haltung wirklich zu verbessern, muss der gesamte Rumpf trainiert werden. Das geht mit isoliertem Training von Bauch- und Rückenmuskeln. Noch besser für die alltäglichen Bewegungen hilft hier jedoch das funktionelle Training: Wer mithilfe von TRX-Band, Trampolin oder Gymnastikball die Stützmuskulatur mit vielen kleinen Bewegungen trainiert, verbessert dadurch seine Schmerzen oft deutlich mehr.

Ich will endlich einen flachen Bauch

 

Bauchfett verändert nicht nur die Figur, sondern ist außerdem deutlich ungesünder als Fett an anderen Körperstellen. Von daher: Ja, es ist sinnvoll, Bauchfett anzugehen. Das schafft man aber nicht mithilfe von Bauchtraining. Denn Fett wird am ganzen Körper abgebaut, nicht nur an den Stellen, wo wir uns das wünschen. Wenn man nur Bauchtraining macht, kriegt man vielleicht stärkere Bauchmuskeln, die liegen aber noch immer unter einer Fettschicht. Denn die Bauchmuskeln gehören zu den kleineren Muskeln des Körpers, die den Kalorienverbrauch kaum erhöhen. Um das zu erreichen, muss man schon größere Muskeln wie etwa in den Beinen trainieren - dann nimmt man irgendwann vermutlich am ganzen Körper ab und das Bauchfett verschwindet.

Ich will ein Sixpack


Doppelmöp. Wer ein Sixpack will, ist vermutlich sportlich ambitioniert und trainiert schon regelmäßig. Vermutlich hat eine solche Person sogar ein Sixpack, aber das ist eben noch unter dem Körperfett verborgen. Um nämlich ein Sixpack sichtbar zu machen, muss der Körperfettanteil unter 15% gesenkt werden. Für Männer liegt das im unteren Normbereich, für Frauen ist das schon deutlich zu wenig!
Abgesehen von der Fragwürdigkeit dieses Ziels bringt es auch nichts, wenn man für das Sixpack nur Bauchmuskeltraining macht. Vielmehr muss man vermutlich mit vielen, harten Cardio-Einheiten und an der Ernährung arbeiten, um seinen Körperfettanteil so weit zu senken.

Zu guter letzt will ich aber den Titel dieses Posts noch einmal relativieren. Insgesamt glaube ich nämlich nicht, dass Bauchmuskeltraining sinnlos ist. Die Rumpfmuskulatur unterstützt unsere Wirbelsäule und kann uns vor Schmerzen und Fehlhaltungen bewahren. Für sinnlos erachte ich viel mehr das isolierte Bauchmuskeltraining. Eine halbe Stunde funktionelles Training oder Krafttraining mit ein oder zwei Bauchmuskelübungen bringt zu den genannten Punkten deutlich mehr und verändert den Körper darüber hinaus nachhaltig.

Bildquellen: visualhunt.com, pexels.com

1 Kommentar:

  1. Im Grunde muss man ja alllllleees gleich trainieren. Isoliertes Training ist nur sinnvolll, wenn es der Physiotherapeut auf Grund von Schwachstellen einzelner Muskeln empfiehlt. Fitnesskurse, die nur den Bauch trainieren, habe ich tatsächlich noch nie gesehen. Klingt aber irgendwie auch sehr absurd, sowas an zu bieten.

    Was den Sixpack angeht ... nein, dafür braucht man kein Cardio um den Körperfettanteil so sehr zu senken. Dafür braucht man Muskelmasse und die entsprechende Ernährung. Cardio hilft aber sehr gut, was den Herzmuskel und die Lungen angeht :) Auch die müssten trainiert werden:)

    Bei mir ist das Bauchtraining teil meines Trainingsplans, sowie jede andere Muskelgruppe auch:)

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