Sonntag, 2. April 2017

Burn, Baby, Burn - Der Afterburn-Effekt

Muskeln verbrauchen Energie - das wissen die meisten. Auch dass bei erhöhter Muskelleistung der Energieverbrauch gesteigert wird, ist klar. Ohne große Worte ausgedrückt: Beim Sport verbrennt man mehr Kalorien. Was hingegen weniger bekannt ist: Auch nach dem Sport verbrennt man manchmal mehr Kalorien, als man eigentlich würde, wenn man sich nicht groß bewegt. Diesen Effekt nennt man den "Afterburn-Effekt".
Afterburn-Effekt
Der Afterburn-Effekt entsteht ursächlich durch die Verbrennung von Laktat. Viele kennen Laktat noch als den Stoff, dem lange Zeit der Muskelkater zur Last gelegt wurde. Tatsächlich wird Laktat im Körper als Abfallprodukt gebildet, um Energie aus Glukose bzw. Glykogen zu gewinnen. Während dieses Prozesses besteht außerdem ein höherer Bedarf an Sauerstoff, den auch die erhöhte Atemfrequenz und der höhere Pulsschlag nicht ausgleichen können. Entsprechend kann es zu einem Sauerstoff-Defizit kommen. Der Körper gleicht dieses Defizit dadurch aus, dass die Atemfrequenz und der Herzschlag auch nach dem Ende der Belastung eine Zeit lang höher bleiben. Während dieses Prozesses wird jedoch auch das überflüssige Laktat abgebaut und in den Muskelfasern verbrannt, damit es im Anschluss in der Leber erneut zu Glukose aufgebaut werden kann.
Afterburn-Effekt

Dieser Afterburn-Effekt entsteht prinzipiell bei jedem Training. Es gibt allerdings auch bestimmte Trainingsarten, die den Afterburn-Effekt länger anhalten lassen. Ein Faktor für die Überschreitung der Sauerstoffgrenze ist die Intensität der Belastung. Je höher diese Intensität ist, desto mehr Energie wird vom Körper benötigt und desto höher ist das Sauerstoff-Defizit, das im Anschluss ausgeglichen werden muss. Verstärken kann man diesen Effekt, indem man die Entlastungspausen innerhalb des Trainings möglichst kurz hält. So kann das Sauerstoff-Defizit nicht schon während des Workouts ausgeglichen werden und der Körper braucht nach dem Training insgesamt länger dafür. Ideal geeignet, um einen Afterburn-Effekt zu erhalten sind also HIIT-Workouts, in denen man mit kurzen Pausen immer wieder an die eigene Belastungsgrenze geht, beispielsweise nach dem Tabata-Prinzip. Der Afterburn-Effekt hängt allerdings noch von einigen anderen Faktoren wie etwa Muskelmasse, Trainingszustand, Gewicht und Geschlecht ab.
Afterburn-Effekt

Kann man den Afterburn-Effekt jetzt also ideal benutzen, um beim Chillen auf dem Sofa abzunehmen? Die Antwort darauf ist ein klares Jein. Denn der Spielraum bei Afterburn-Effekt ist so weit, dass man ihn nicht für einzelne Personen, geschweige denn für einzelne Workouts voraussetzen kann. Der Afterburn-Effekt kann teilweise bis zu 48 Stunden anhalten, bei den meisten Personen ist er jedoch deutlich kürzer. Entsprechend kann der Afterburn-Effekt auch 30 bis zu 180 Kilokalorien zusätzlich verbrennen.
Allerdings ist der Afterburn-Effekt zu wenig erforscht, um das sicher annehmen oder vorraussagen zu können. Entsprechend funktioniert es weder, mit dem Afterburn-Effekt zum Abnehmen zu rechnen. noch diese Kalorien "vorsichtshalber" zu sich zu nehmen. Genauso wenig ist es sinnvoll, ins Übertraining zu rutschen, weil man auf jeden Fall den Afterburn-Effekt triggern möchte.

Der Afterburn-Effekt ist also eher ein angenehmer Nebeneffekt vom Sport und ein weiterer Grund, öfter mal HIIT-Training zu betreiben. Als Abnehmmittel ist er jedoch weniger geeignet.

Bildquellen: Photo via VisualHunt.com

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