Mittwoch, 5. April 2017

Bücherwurm: Fettlogik überwinden

Bücherwurm
"Unter 1.500 kcal darf man auf gar keinen Fall essen!" "Wer zu lange Diät hält, bekommt einen Hungerstoffwechsel!" "Mit dem Alter nimmt man sowieso zu, da kann man nichts dran machen." Solche und ähnliche Aussagen habt ihr bestimmt schon mal gehört oder - zu meiner Schande - manchmal auf diesem Blog gelesen. Aber woher stammen diese "Weisheiten" eigentlich und wie fundiert sind sie? Als Nadja Hermann mit dem Abnehmen begann, wuchs auch ihr Interesse an wissenschaftlichen Fakten rund um das Thema Abnehmen. Dabei kam sie zu erstaunlichen Erkenntnissen, die viele gängige Weisheiten, so genannten "Fettlogiken", über den Haufen warfen. Gesammelt präsentiert sie diese Fettlogiken und die entsprechenden Gegenargumente im Buch "Fettlogik überwinden".

Wissenschaftliche Fakten


Auch wenn ich mittlerweile nur noch mit sprachlichem und geisteswissenschaftlichem Schwerpunkt studiere, finde ich in den Naturwissenschaften noch immer "harte Fakten", die in Studien bewiesen wurden, wichtig. Genau diese Fakten präsentiert die Autorin. Sie beweist dabei ein erstaunliches Fachwissen in einem breiten Spektrum rund um das Thema Abnehmen, Körper und Sport. Ebenfalls positiv - anders als die vielen Halbwahrheiten und Mythen, die Zeitschriften und Blogs verbreiten, werden wissenschaftliche Studien und Aufsätze zitiert, die man im Zweifelsfall selbst nachlesen könnte. Benötigt wird das aber nicht, denn Nadja Hermann gibt die Studien ausführlich und leicht verständlich wieder.

Schluss mit Mythen


Wie schon eingangs erwähnt gibt es durchaus einige Fettlogiken, an die ich selbst auch geglaubt habe. Ich war vor dem Lesen Verfechterin des Hungerstoffwechsels und habe geglaubt, dass eine zu niedrige Kalorienzufuhr am Tag ungesund wäre. Jetzt muss ich jedoch zugeben, dass diese Fettlogiken tatsächlich falsch sind. Prinzipiell funktioniert eine Abnahme nur dann, wenn man dem Körper weniger Kalorien zuführt, als er verbraucht. Wenn diese Zufuhr drastisch gedrosselt wird (und zwar egal, ob durch Kalorienzählen, low carb, Rohkost usw.), nimmt der Körper schneller ab, ohne dadurch seinen Stoffwechsel zu verändern oder langfristige Schäden zu nehmen (vorausgesetzt natürlich die körperliche Gesundheit und ärztliche Kontrolle).

Motivation zur Abnahme


Abgesehen von der Widerlegung der Mythen liegt es Hermann - auch und insbesondere als ehemals Übergewichtige - vor allem am Herzen, andere Übergewichtige zum Abnehmen zu motivieren. Sie zeigt die Nachteile von Übergewicht auf und widerlegt gängige Ausreden ("Ich habe nur schwere Knochen", "Mein Körper ist überhaupt nicht für Normalgewicht geschaffen"). Obwohl das Buch dabei durchaus radikale Botschaften vertritt, werden diese angenehm neutral und vor allem wissenschaftlich belegt hervorgebracht, sodass vernünftig Denkende kaum Gegenargumente haben dürften.

Meiner Meinung (und der Intention der Autorin nach) ist "Fettlogik überwinden" für alle Gewichtsklassen geeignet. Es zeigt viele naturwissenschaftliche Phänomene rund um das Thema Abnehmen für Laien einfach aufbereitet auf. Obwohl ich mich schon so lange mit diesem Thema beschäftige, konnte ich viel Neues lernen - so viel, dass ich sogar die Kritik am Intuitiven Essen im Buch verzeihen kann.

"Fettlogik überwinden" erschien 2016 im Ullstein-Taschenbuch-Verlag.

Kennt ihr das Buch schon? Wie hat es euch gefallen? An welche Fettlogiken habt ihr geglaubt?

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