Dienstag, 9. Mai 2017

Countdown: 10 Wege, um Müll zu reduzieren

Deutschland produziert zu viel Müll - das ist kein Geheimnis. Nicht nur, dass wir eine Wegwerfgesellschaft sind, wir nutzen auch Unmengen an unnötigen Verpackungen, die unseren Müllberg noch weiter wachsen lassen.
In den meisten Haushalten ist es zum Glück mittlerweile normal, dass man Müll trennt - doch oft führt nicht einmal das dazu, dass der Müll recyclet werden kann. Ein Großteil des Mülls wird heutzutage immer noch einfach verbrannt. Das ist nicht nur eine Verschwendung an Ressourcen, sondern belastet die Umwelt zusätzlich.
Die Lösung? Weniger Müll produzieren. Und das geht ganz einfach und auf verschiedene Arten.

1. Obst & Gemüse ohne Verpackung

 

Wenn ich so meinen eigenen "Müllverbrauch" ansehe, entsteht bei mir der meiste Müll, nachdem ich einkaufen war. Dann entferne ich nämlich alle überflüssigen Verpackungen. Vor allem Obst und Gemüse sind oft noch zusätzlich in Folie oder Plastikverpackungen, die ich entferne, bevor ich sie in den Kühlschrank oder die Obstschale räume. Insbesondere Discounter verpacken ihr Obst und Gemüse oft, da es für sie mehrere Vorteile hat: Die frischen Produkte sind immer in festen Mengen verpackt und müssen so nicht einzeln gewogen werden, außerdem müssen die einzelnen Produkte nicht aufwändig ausgeräumt werden.
Die einzige Lösung ist hier leider, in teureren Supermärkten einzukaufen und dort eigene Beutel für Obst und Gemüse statt der angebotenen Plastiktüten zu nutzen.

 

2. Silikonförmchen für Muffins



Müll reduzieren

Ich will mit diesem Post gar nicht die großen Müllquellen ankreiden, sondern viel mehr die kleinen Veränderungen fördern - diese fallen mir immer leichter. Ich habe einige Zeit lang Silikonförmchen für Muffins immer kritisch gegenüber gestanden. Als ich jedoch anfing regelmäßig zu backen, waren Muffinförmchen nicht nur ein Gegenstand mit hoher Verbrauchsrate, sondern auch ziemlich teuer. Ich habe seit anderthalb Jahren die Silikonförmchen von Ikea, aus denen sich die Muffins restlos lösen. Die Förmchen können einfach in der Spülmaschine oder von Hand gesäubert und wiederverwendet werden.

3. Waschlappen statt Abschminktüchern
 

Ich nutze schon seit einiger Zeit keine fertigen Abschminktücher mehr, sondern habe eine Abschminklösung und Baumwollpads. Aber selbst damit habe ich einen relativ hohen Müllverbrauch. Deshalb habe ich mich für dünne Waschlappen als Ersatz entschieden. Die Waschlappen spüle ich nach dem Abschminken direkt aus. Da die Lappen recht groß sind, nutze ich sie bis zu viermal, bevor sie in die Waschmaschine wandern. Öfter sollte man die Waschlappen nicht nutzen, da sich sonst Bakterien bilden, die zu Hautunreinheiten führen können!

 

4. Putzlappen statt Küchenkrepp


Ich bin eine Kleckerkönigin. Wenn ich auf den Esstisch oder die Küchenoberflächen kleckere, nutze ich immer einen Lappen, aber für den Boden will ich den nicht auch noch verwenden. Bisher habe ich dafür immer Küchenkrepp benutzt, bis mir aufging, dass auch das nicht gerade umweltfreundlich ist. Jetzt gibt es einen speziellen Lappen für den Boden bei mir.
Übrigens schlagen sich die Lappen (bei mir) nicht so sehr auf die Umwelt nieder. Die Waschmaschine habe ich ohnehin laufen und da macht der ein oder andere Lappen mehr oder weniger auch nichts mehr aus.

 

5. Snacks selbst machen

Müll reduzieren

Diesen Fakt habe ich schon häufig erwähnt, aber ich wiederhole mich gern. Egal ob man sich ein Brötchen beim Bäcker holt, einen Coffee to go oder ein fertiges Essen - es entsteht unglaublich viel Müll. Noch dazu hat man unterwegs oft nur die Straßenmülleimer zur Verfügung, wo keine Trennung möglich ist. Besser und günstiger ist es deshalb, eigene Snacks mitzunehmen und in wiederverwendbaren Dosen zu transportieren.

 

6. Dosen statt Tüten 


Ihr kennt sicherlich die typischen Gefrierbeutel. Bei meinen Eltern zuhause wurden die ständig verwendet. Nach einfacher Verwendung landen die jedoch auch oft im Müll. Ich habe mir deshalb viele Dosen in unterschiedlichen Größen zugelegt, die ich zum Einfrieren verwenden kann.

7. Zeitschriften, Prospekte & co. online lesen


Gerade Zeitschriften und Prospekte liest man oft nur einmal und schmeißt sie dann weg. Was für eine Verschwendung! Viele Unternehmen und Verlage bieten deshalb schon länger an, dass man die Prospekte und Zeitschriften online lesen kann. Um herauszufinden, welches Obst gerade im Angebot ist, kann man ja schließlich auch mal schnell aufs Handy gucken, oder?

 

8. Qualität kaufen statt wegwerfen

 Müll reduzieren
Gerade in der globalisierte Welt gibt es unzählige No-Name-Produkte zu jedem Markenprodukt. Oft ist es jedoch so, dass diese Produkte nur minderwertige Materialien nutzen und schnell kaputt gehen. Es ist somit langfristig nicht nur günstiger, sich einfach ein lang haltendes, teureres Produkt zu kaufen, sondern auch deutlich besser für die Umwelt.

9. Tauschen oder spenden - Nutzen statt Müll


Es ist ganz normal, dass man manchmal das Bedürfnis hat, seine Wohnung auszumisten und all das Zeug auszusortieren, das sich schon wieder angesammelt hat. Viele dieser Sachen sind aber noch völlig in Ordnung, entsprechen nur nicht mehr unserer Bedüfnisse oder Ästhetik. Aber warum sollten solche Produkte im Müll landen? Fragt eure Freunde, ob sie etwas davon gebrauchen können oder spendet die Gegenstände an Charity-Läden, die Altkleidersammlung, Bücherschränke, Kindergärten...

10. Auf Verpackungen achten


Der Trend zu Verpackungslos-Läden beginnt in Deutschland leider erst jetzt und diese Läden sind noch nicht sehr verbreitet. Ohne Verpackungen bekommt man heutzutage kaum etwas im Geschäft. Aber ihr solltet zumindest darauf achten, was für Verpackungen genutzt werden. Doppelverpackungen (etwa Cornflakes erst in der Tüte und dann im Karton) produzieren unnötig viel Müll. Genauso führen Verpackungen aus mehreren Materialien (Klassisch: Der Karton mit dem Folien-Sichtfeld) dazu, dass die Materialien oft nicht recyclet werden können, da es zu großer Aufwand wäre, sie manuell zu trennen. Achtet deshalb schon im Laden auf Verpackungen und entscheidet euch für die umweltfreundlichere Alternative!

Achtet ihr auf die Menge an Müll, die ihr produziert? Habt ihr weitere Tipps zur Müllreduzierung?

Kommentare:

  1. Das ist ja ein wundervoller Post! Ich versuche auch schon länger, weniger Müll zu machen, aber beim Einkaufen ist mir bio leider noch wichtiger als unverpacktes Gemüse und Obst teuer zu kaufen... Aber viel bekomme ich zum Glück frisch von Mama und Oma aus dem Garten. Außerdem will ich selbst züchten, um keinen Bedarf so müllfrei zu decken :)

    Das mit den Muffinformen sehe ich auch so!

    Bezüglich des Abschminkens habe ich mal gesehen, dass man aussortierte Baunwollkleidung und Handtücher zu kleinen Pads schneiden und die Kanten versäubern kann. Dann hat man waschbare handliche Teile für die Schminke.

    Snacks nehme ich ausnahmslos selbst mit, aber zum Einfrieren habe ich doch gern Tüten für Brot aus Platzgründen. Mein Fach ist mickrig... Aber dafür benutze ich die Tüten immer wieder, da sie ja nicht dreckig werden.

    Bei den Verpackungen versuche ich, größere zu kaufen, um Müll zu sparen... Aber für meine aus sortierten Sachen ist es echt schwer, jemanden zu finden und auf dem Land gibt es kaum Läden, die an sowas Interesse haben.

    Liebe Grüße

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    1. Vielen Dank erst einmal, liebe Tabea!

      Obst und Gemüse würde ich super gern selbst anpflanzen, dazu fehlt mir leider noch der Garten. Momentan muss ich mich auf Küchenkräuter von meiner Fensterbank zufrieden geben.

      Gibt es bei euch keine Altkleidercontainer oder Altkleidersammlungen von Kirchen? Ersteres nutze ich zwar nicht so gern, da dort viel Kleidung industriell weiterverarbeitet wird statt sie Bedürftigen zu geben, aber immer noch besser, als wenn sie verbrannt werden. Ansonsten könntest du ja mit Freunden mal eine Tauschbörse veranstalten - wir haben das schon gemacht und hatten viel Spaß daran!

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  2. In Aachen gibt es im Pfannenzauber ab und an Kleidertauschbörsen. Ich versuche im Moment auch meinen Müll zu reduzieren, Aber gerade wenn ich k.o. Bin, gehe ich doch lieber zum Discounter um die Ecke. Foodsharing setzt sich dagegen ein, dass Lebensmittel in den Müll wandern und es gibt hier auch eine Facebook-Seite "Aachen unverpackt" mit einer tollen Karte.
    Toller Artikel,
    Nadine

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